Anmelden
Industrieverband Hartschaum e.V.
Umwelt
Brandschutz

Styropor mit Polymer-FR: Sichere Technologie durch Brandschutz

brandschutz.jpg

 

Expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS) bzw. Styropor, das im Bauwesen als Wärme- und Trittschalldämmstoff eingesetzt wird, muss in Deutschland aufgrund der Forderungen des Bauordnungsrechts mit einer Brandschutzausrüstung versehen sein. Dafür wurde bisher das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) verwendet, das voraussichtlich bis zum 21.08.2015 auf Grund der europäischen REACH-Verordnung ersetzt werden muss.

 

 

Alternative zu HBCD ist Polymer-FR. Der Industrie ist es damit gelungen, den in seiner Wirkung adäquaten Ersatzstoff Polymer-FR zu entwickeln, der für Mensch und Umwelt als ungefährlich eingestuft ist.

 

Polymer-FR ist seit 2013 kommerziell erhältlich. Der Umstellungsprozess bei den IVH-Mitgliedern ist seitdem in vollem Gang, zum größten Teil auch schon abgeschlossen.

 

Die bekannten guten technischen Eigenschaften des EPS-Dämmstoffes bleiben erhalten. Der Dämmstoff EPS-Hartschaum bzw. Styropor ist in Deutschland weiterhin als schwer entflammbar (B1 nach DIN 4102) eingestuft.


 

Zum früheren Flammschutzmittel HBCD:


HBCD ist ein bromierter cycloaliphatischer Kohlenwasserstoff. Es hat einen Schmelzpunkt von größer 175 °C und zersetzt sich erst oberhalb 250 °C. HBCD ist in Wasser praktisch unlöslich und hydrolysebeständig. HBCD-haltige EPS-Schaumstoffe sind in die Wassergefährdungsklasse Null (im allgemeinen nicht wassergefährdend) eingeordnet und nicht als Gefahrstoff gelistet.

Im früheren EPS-Schaumstoff ist HBCD in geringer Menge in fester Form fein verteilt im Polymergerüsr zwischen den Polymerketten eingebettet.


Eine Extraktion von HBCD

...durch Kondenswasser in oder auf einer Dämmstoffplatte und anschließende Hydrolyse zu korrosivem Bromwasserstoff ist wegen der Schwerlöslichkeit (praktisch unlöslich) des HBCD in Wasser bisher nicht festgestellt worden. Bei Migrationsversuchen mit EPS-Wärmedämmstoffen, die HBCD enthielten, war eine Migration in Wasser oder Alkohol nicht nachweisbar. HBCD-haltige EPS-Schaumstoffe reagieren chemisch neutral, sind nicht wasserlöslich und geben keine wasserlöslichen Stoffe ab, die zu einer Verunreinigung des Grundwassers führen könnten. Sie werden durch Mikroorganismen nicht zersetzt und sind kein Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien. HBCD-haltiger Schaumstoff wurde vielseitigen, biologischen Untersuchungen ausgesetzt.

 

So wurden Keimversuche mit Samen und Verpuppungsversuche mit Mehlwürmern, vergleichend mit den in der freien Natur benutzten Materialien, durchgeführt. Dabei gab es keinerlei Veränderungen sowohl bei Samen als auch bei den Mehlwürmern. Auch bei Versuchen mit Mikroorganismen, wie Algen und Flechten, konnte kein Nachweis morbider oder degenerativer Mutation erbracht werden. Versehentlich von Personen oder Tieren aufgenommene EPS-Schaumstoffteile durchwanderten Magen und Darm und wurden chemisch unverändert wieder ausgeschieden.


  Aufgrund der chemischen Eigenschaften und der festen Einbindung zwischen den Polymerketten, ist ein Ausschwitzen oder Ausdiffundieren des Flammschutzmittels auszuschließen. Daher hat der Sachverständigen-Ausschuss des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), Berlin, in den Prüfgrundsätzen für schwerentflammbare Baustoffe (DIN 4102 Baustoffklasse B1) unter Abschnitt 8 a, eine Alterungsprüfung nicht mehr als erforderlich angesehen, wenn die direkte Einwirkung von Regen und Sonne ausgeschlossen ist. Dies trifft für nahezu alle Anwendungen der genannten Dämmstoffe zu. Eingeschlossen sind Kernverbunde mit Polystyrol-Hartschaum selbst dann, wenn eine Exposition mit Regen und Sonne stattfindet.

Im Brandfall unterscheiden sich die Brandgase nicht wesentlich, von Brandgasen anderer organischer Werkstoffe. Sie bestehen überwiegend aus Kohlendioxid und Wasser. Daneben enthalten sie - abhängig von den Brandbedingungen - Kohlenmonoxid als die wesentliche toxische Komponente sowie geringe Mengen Monostyrol und in Spuren Aromaten sowie Ruß. Schwerentflammbare EPS-Schaumstoffe -HBCD-haltig- lassen zusätzlich Spuren von Bromwasserstoff entstehen. Geringe Spuren von Bromwasserstoff, die mit Löschwasser niedergeschlagen werden und in Gewässer gelangen, können als unbedenklich angesehen werden. Das Löschwasser enthält keine die Kläranlage schädigenden Komponenten und ein vernachlässigbar geringes Schadpotential der Ökosphäre.
 

 

Untersuchungen

Untersuchungen nach DIN 53 436 haben für HBCD-haltige EPS-Dämmstoffe ergeben, daß polybromierte Dibenzodioxine nicht gebildet werden. Polybromierte Dibenzofurane entstehen in vernachlässigbar geringer Konzentration. Diese fallen jedoch nicht unter die von der Bundesregierung Deutschland erlassene Dioxin-Verordnung, die die wichtigsten toxikologisch relevanten Verbindungen dieser Substanzklasse auflistet.
         
      HBCD-haltige EPS-Schaumstoffe wurden über vier Jahrzehnten hergestellt und
        verarbeitet. Es sind keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen
        bekanntgeworden, die in kausalen Zusammenhang mit diesem Material gebracht
        werden können.
         

 

Industrieverband Hartschaum e. V. (IVH) - Maaßstraße 32-1- 69123 Heidelberg
fon 0 62 21 - 77 60 71 - fax 0 62 21 - 77 51 06 - Email: info@ivh.de