EPS als Dämmstoff​

Erfahren Sie hier alles über die Vorteile und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von EPS als Dämmstoff. Expandiertes Polystyrol, besser bekannt als Styropor®, ist ein bewährter Dämmstoff für moderne Bauweisen, der durch seine hohe Dämmleistung, seine Langlebigkeit und seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten überzeugt. Durch die Reduzierung von Wärmeverlusten kann EPS-Dämmung den Energiebedarf von Gebäuden und damit auch die nutzungsbedingten CO₂-Emissionen reduzieren. Darüber hinaus kann EPS je nach Anwendung zum Schallschutz beitragen. Entdecken Sie, wie EPS-Dämmung zu einem angenehmen Raumklima beiträgt und durch einen geringeren Heiz- und Kühlenergiebedarf langfristig auch die Energiekosten eines Gebäudes senken kann.

Dämmung: Was sie kann und wo ihre Vorteile liegen  – ein Interview mit dem Klassik Radio

Hören Sie hier, was der IVH zum Thema Wärmedämmung allgemein und EPS-Dämmstoffen spezifisch in einem Interview mit „Klassik Radio“ sagt.

Teil 1:
– Warum wird so oft über Wärmedämmung  gesprochen?
– Warum ist Wärmedämmung ein essenzieller Teil einer energetischen Sanierung?
– Der Wohlfühleffekt von Wärmedämmung.

Teil 2:
– Mythen rund ums Thema Wärmedämmung: die atmende Wand / Schimmelbildung
– Muss / kann sich Dämmung rechnen?
– Energieberater

Teil 3:
– Gängige Wärmedämmstoffe
– Was sind die Vorteile von EPS gegenüber anderen Dämmstoffen?
– EPS: Innovative Entwicklungen: Bio-Rohstoff und Recycling

Teil 4:
– Was ist der Industrieverband Hartschaum (IVH)?
– Warum wurde der IVH gegründet?
– Die Zukunft von Wärmedämmung in Deutschland.

Expandiertes Polystyrol (EPS)

Expandiertes Polystyrol (EPS), besser bekannt als Styropor®, spielt eine wichtige Rolle in der modernen Bauindustrie, insbesondere als Dämmstoff. EPS überzeugt durch seine hohe Dämmleistung, seine Langlebigkeit und seinen geringen Materialeinsatz. Durch seine Dämmwirkung kann EPS den Energiebedarf von Gebäuden über viele Jahrzehnte reduzieren. Die Umweltwirkungen von EPS-Dämmstoffen über den Lebenszyklus werden transparent in Umweltproduktdeklarationen (EPDs) ausgewiesen.

Was ist EPS?

EPS oder „Expandiertes Polystyrol“ ist ein leichter, vielseitiger Schaumstoff, der hauptsächlich aus dem Kohlenwasserstoff Styrol besteht. Durch das Aufschäumen der Styrolkugeln auf das bis zu Fünfzigfache ihres ursprünglichen Volumens entsteht ein Material, das bis zu 98 % aus Luft besteht. Diese besondere Struktur verleiht EPS seine ausgezeichneten Dämmeigenschaften. Durch die Reduzierung von Wärmeverlusten kann EPS-Dämmung den Energiebedarf von Gebäuden und damit auch die nutzungsbedingten CO₂-Emissionen reduzieren.

Vorteile von EPS-Dämmung:

Energieeffizienz, Langlebigkeit und Belastbarkeit

EPS-Dämmung zeichnet sich durch ihre hohe Dämmleistung, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit aus. Ihr geringes Gewicht und die einfache Handhabung erleichtern die Verarbeitung und können zur Senkung der Baukosten beitragen. Die hohe Druckfestigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit ermöglichen zudem einen dauerhaften Einsatz in unterschiedlichsten Anwendungen.

Dank seiner geschlossenzelligen Struktur nimmt EPS nur wenig Wasser auf, bleibt formstabil und behält seine Dämmeigenschaften über Jahrzehnte. Auch unter hoher mechanischer Beanspruchung bleibt EPS zuverlässig und dauerhaft leistungsfähig. Die hohe Druckfestigkeit, je nach Produkttyp zwischen 100 und 200 kPa, ermöglicht den Einsatz auch bei Anwendungen mit hohen Lasten, beispielsweise auf Flachdächern.

Recyclingfähigkeit von EPS

Ein weiterer wichtiger Vorteil: EPS ist technisch vollständig recyclingfähig. Produktionsreste, saubere Baustellenverschnitte und geeignete Rückbaumaterialien können stofflich recycelt und wieder als Rohstoff eingesetzt werden. Je nach Materialqualität und Recyclingverfahren kann das aufbereitete EPS beispielsweise bei der Herstellung neuer EPS-Produkte oder als Sekundärrohstoff für andere Anwendungen verwendet werden.

Rücknahme- und Recyclingsysteme ermöglichen die getrennte Erfassung geeigneter EPS-Materialien und deren Zuführung zum Recycling. Wie viel EPS tatsächlich stofflich recycelt wird, hängt unter anderem von der getrennten Erfassung sowie den verfügbaren Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen ab.

Anwendungsgebiete und Installation:

Von Fassadendämmungen über Dach- bis hin zu Perimeterdämmungen – EPS bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Bauwesen. Die einfache Handhabung und die Möglichkeit, EPS in verschiedene Formen zu schneiden, ermöglichen eine einfache Integration in unterschiedliche Baukonzepte. Durch seine Dämmwirkung kann EPS Wärmeverluste und damit den Energiebedarf von Gebäuden reduzieren.

Gut zu wissen: Im Bereich der Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) stellt expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS) den mit Abstand meistverwendeten Dämmstoff dar. Aktuell werden über 50 % aller Fassaden in WDVS-Bauweise mit EPS gedämmt – zunehmend mit der grauen Variante, die durch eingearbeitete Graphitpartikel eine optimierte Wärmeleitfähigkeit bietet. EPS kombiniert sehr gute Dämmeigenschaften mit geringem Flächengewicht, einfacher Verarbeitung und einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis – sowohl in der Herstellung als auch in der Anwendung.

EPS-Dämmstoffe stehen in mehreren Wärmeleitgruppen (WLG) zur Verfügung: 031, 032, 035, 040 und 045. Je niedriger die Wärmeleitgruppe, desto höher die Dämmwirkung bei gegebener Schichtdicke. Insbesondere die hochleistungsfähigen Qualitäten WLG 031 und 032 ermöglichen es, kompakte Wandaufbauten zu realisieren, ohne die energetische Performance zu beeinträchtigen. Dies ist insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen mit begrenztem Bauraum oder denkmalpflegerischen Vorgaben von Vorteil, da tiefgreifende bauliche Anpassungen – z. B. das Versetzen von Fensterbänken, Laibungen oder Rollladenkästen – häufig entfallen können.

Energie- und CO₂-Amortisation von EPS:

EPS-Dämmstoffe weisen einen vergleichsweise geringen Einsatz grauer Energie auf. Unter „grauer Energie“ wird die gesamte Menge nicht erneuerbarer Primärenergie verstanden, die für die vorgelagerten Prozesse von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Verarbeitung bis zur Entsorgung einschließlich der erforderlichen Transporte und Hilfsmittel benötigt wird.

Graues EPS kann die mit seiner Herstellung verbundenen CO₂-Emissionen durch die während der Nutzung erzielten Energieeinsparungen bereits nach etwa fünf bis acht Monaten ausgleichen. Danach trägt die Dämmung über ihre weitere Nutzungsdauer zur Reduzierung des Energiebedarfs des Gebäudes bei.

Auch gesundheitliche Aspekte werden bei der Bewertung von Dämmstoffen berücksichtigt. EPS-Dämmstoffe erfüllen die für ihre jeweiligen Anwendungen geltenden Anforderungen. Untersuchungen zeigen zudem, dass die VOC-Emissionen von EPS deutlich unter den relevanten Grenzwerten liegen.

Qualitätstypen und Normen:

Die Qualität von EPS-Dämmstoffen wird durch Normen wie DIN EN 13163 und DIN 4108-10 sichergestellt, die Anforderungen an die Produkteigenschaften und die Anwendung von EPS-Dämmstoffen festlegen. Die Einhaltung dieser Anforderungen gewährleistet definierte technische Eigenschaften und ermöglicht einen zuverlässigen und anwendungsgerechten Einsatz von EPS-Dämmstoffen. Durch ihre Dämmwirkung können EPS-Dämmstoffe Wärmeverluste reduzieren und damit zur Senkung des Energiebedarfs von Gebäuden beitragen.

Aufklärung – der Mythos der „atmenden Wand“

Dass Wände atmen können und/oder müssen, hält sich selbst in Fachkreisen als hartnäckiger Mythos. Wir klären mit einem kurzen Video auf: Nur etwa 1% des Luftaustausches erfolgt über die Wand, 99% durch Lüften über Fenster und Türen.
Und nein, EPS-Dämmstoffe sind auch kein „Plastik“, das die Wand „dicht“ macht. EPS-Dämmstoffe sind diffusionsoffen, also luftdurchlässig, in gleicher Weise wie Holz.

Geschichte des Polystyrol

Polystyrol wurde vor fast 200 Jahren durch einen Zufall entdeckt: Der deutsche Apotheker Eduard Simon isolierte 1839 eine ölige Substanz namens „Styrol“ aus dem Harz des orientalischen Amberbaums. Er bemerkte, dass Styrol von selbst zu einer gummiartigen Masse, die er „Styroloxid“ nannte, aushärtete. Später erkannte man, dass dieses Material ein Polymer war.

In den 1920er Jahren zeigte der Chemiker Hermann Staudinger, dass Polymere aus langen Ketten von Moleküleinheiten bestehen, was zur Entwicklung der modernen Polymerchemie führte. In den 1930er Jahren begann die industrielle Produktion von Polystyrol durch IG Farben. In den 1940er Jahren erfand Fritz Stastny bei BASF expandierbares Polystyrol (EPS), indem er ein Treibmittel hinzufügte, das beim Erhitzen zur Expansion führte. 1951 meldete BASF das Verfahren zur Herstellung von EPS unter dem Markennamen „Styropor“ zum Patent an, das schnell populär wurde und zahlreiche Anwendungen fand.

EPS vereint hohe Dämmleistung, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit mit geringem Materialeinsatz und technischer Recyclingfähigkeit. Durch die Reduzierung von Wärmeverlusten kann EPS-Dämmung den Energiebedarf von Gebäuden über viele Jahrzehnte senken. Damit bietet EPS eine leistungsfähige und wirtschaftliche Lösung für unterschiedlichste Anforderungen an die Wärmedämmung. Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie Sie die Vorteile von EPS-Dämmung für Ihr Projekt nutzen können.

EPS: Der nachhaltige Dämmstoff für die moderne Bauindustrie

Hören Sie hier, was der IVH zum Thema Wärmedämmung allgemein und EPS-Dämmstoffen spezifisch in einem Interview mit „Klassik Radio“ sagt.

Teil 1:
– Warum wird so oft über Wärmedämmung  gesprochen?
– Warum ist Wärmedämmung ein essenzieller Teil einer energetischen Sanierung?
– Der Wohlfühleffekt von Wärmedämmung.

Teil 2:
– Mythen rund ums Thema Wärmedämmung: die atmende Wand / Schimmelbildung
– Muss / kann sich Dämmung rechnen?
– Energieberater

Teil 3:
– Gängige Wärmedämmstoffe
– Was sind die Vorteile von EPS gegenüber anderen Dämmstoffen?
– EPS: Innovative Entwicklungen: Bio-Rohstoff und Recycling

Teil 4:
– Was ist der Industrieverband Hartschaum (IVH)?
– Warum wurde der IVH gegründet?
– Die Zukunft von Wärmedämmung in Deutschland.

Expandiertes Polystyrol (EPS)

Expandiertes Polystyrol (EPS), im Volksmund oft als Styropor bekannt, spielt eine entscheidende Rolle in der modernen Bauindustrie, insbesondere als Dämmstoff. EPS überzeugt nicht nur durch seine hervorragende Isolierfähigkeit und Langlebigkeit, sondern auch durch seine beeindruckende Ökobilanz, die es zu einem bevorzugten Material für nachhaltiges Bauen macht.

Was ist EPS?

EPS oder „Expandiertes Polystyrol“ ist ein leichter, vielseitiger Schaumstoff, der hauptsächlich aus dem Kohlenwasserstoff Styrol besteht. Durch das Aufschäumen der Styrolkugeln auf das bis zu Fünfzigfache ihres ursprünglichen Volumens entsteht ein Material, das bis zu 98% aus Luft besteht. Diese einzigartige Struktur verleiht EPS seine ausgezeichneten Dämmeigenschaften und trägt zu seiner positiven Ökobilanz bei, indem es den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich reduziert.

Vorteile von EPS-Dämmung:

EPS-Dämmung zeichnet sich durch ihre Energieeffizienz, Langlebigkeit und Kosteneffektivität aus. Ihr geringes Gewicht und die einfache Handhabung erleichtern die Installation und tragen zur Senkung der Baukosten bei. Darüber hinaus verbessert die außergewöhnliche Druckfestigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit von EPS die Lebensdauer von Gebäuden und unterstützt eine positive Ökobilanz durch Minimierung von Reparatur- und Wartungsarbeiten.

Anwendungsgebiete und Installation:

Von Fassadendämmungen über Dach- bis hin zu Perimeterdämmungen – EPS bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Bauwesen. Die einfache Handhabung und die Fähigkeit, in verschiedene Formen geschnitten zu werden, ermöglichen eine nahtlose Integration in verschiedene Baukonzepte, was die Ökobilanz des Gebäudes durch verbesserte Energieeffizienz weiter optimiert.

Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit:

EPS-Dämmung zeichnet sich durch ihre Energieeffizienz, Langlebigkeit und Kosteneffektivität aus. Ihr geringes Gewicht und die einfache Handhabung erleichtern die Installation und tragen zur Senkung der Baukosten bei. Darüber hinaus verbessert die außergewöhnliche Druckfestigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit von EPS die Lebensdauer von Gebäuden und unterstützt eine positive Ökobilanz durch Minimierung von Reparatur- und Wartungsarbeiten.

Qualitätstypen und Normen:

Die Qualität von EPS-Dämmstoffen wird durch strenge Normen wie DIN EN 13163 und DIN 4108-10 sichergestellt, die sowohl die Produkteigenschaften als auch die Anwendungsstandards regeln. Die Einhaltung dieser Normen garantiert die Zuverlässigkeit von EPS und trägt zur positiven Ökobilanz des Materials bei, indem sie sicherstellt, dass die Dämmung effektiv zur Energieeffizienz von Gebäuden beiträgt.

Geschichte des Polystyrol

Polystyrol wurde vor fast 200 Jahren durch einen Zufall entdeckt: Der deutsche Apotheker Eduard Simon isolierte 1839 eine ölige Substanz namens „Styrol“ aus dem Harz des orientalischen Amberbaums. Er bemerkte, dass Styrol von selbst zu einer gummiartigen Masse, die er „Styroloxid“ nannte, aushärtete. Später erkannte man, dass dieses Material ein Polymer war.

In den 1920er Jahren zeigte der Chemiker Hermann Staudinger, dass Polymere aus langen Ketten von Moleküleinheiten bestehen, was zur Entwicklung der modernen Polymerchemie führte. In den 1930er Jahren begann die industrielle Produktion von Polystyrol durch IG Farben. In den 1940er Jahren erfand Fritz Stastny bei BASF expandierbares Polystyrol (EPS), indem er ein Treibmittel hinzufügte, das beim Erhitzen zur Expansion führte. 1951 meldete BASF das Verfahren zur Herstellung von EPS unter dem Markennamen „Styropor“ zum Patent an, das schnell populär wurde und zahlreiche Anwendungen fand.

EPS steht im Zentrum nachhaltigen Bauens, mit einer Ökobilanz, die es als eine der besten Lösungen für die Wärmedämmung auszeichnet. Seine Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit machen EPS zu einer klugen Wahl für jedes Bauvorhaben. Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie Sie die Vorteile von EPS-Dämmung für Ihr Projekt nutzen können.

Qualitätstypen

Welche Qualität ein Dämmstoff hat, ergibt sich aus dem Leistungsniveau des Dämmproduktes, d. h. den Eigenschaften, die für den vorgesehenen Verwendungszweck erforderlich sind, und der Sicherheit, dass die erforderliche Leistung auch erbracht wird.

Die Qualitätssicherung von EPS-Hartschaum durch werkseigene Produktionskontrollen der IVH-Mitglieder gewährleistet dem Anwender, dass die Produktqualität stimmt und in regelmäßigen Abständen überprüft wird.

In der DIN EN 13163 (Produkte aus expandiertem Polystyrol (EPS)) sind die Produkteigenschaften des Dämmstoffs geregelt, DIN 4108-10 beispielsweise regelt die Anwendungen von Wärmedämmungen und damit auch von EPS.

Die Qualitätstypen des IVH für Dämmstoffe aus EPS-Hartschaum entsprechend diesen Regelungen.

Die Anforderungen an die Leistung von EPS ergeben sich u. a. aus
  • den harmonisierten europäischen Produktnormen,

  • den nationalen Verwendungsnormen (in Deutschland: Anwendungsnorm und Bemessungsnorm),

  • der jeweiligen Landesbauordnung und den

  • technischen Regeln in den Bauregellisten,

  • den Kundenanforderungen.

Häufig gestellte Fragen

Allgemeines

EPS steht für expandierten Polystyrol-Hartschaum und ist ein bewährter Dämmstoff, der auch unter dem Markennamen Styropor® bekannt ist. EPS besteht zu etwa 98 % aus Luft und nur zu rund 2 % aus Polystyrol. Dadurch erzielt der Dämmstoff eine sehr gute Wärmedämmung bei geringem Gewicht.

EPS (expandiertes Polystyrol) gehört seit mehr als 70 Jahren zu den bewährtesten Dämmstoffen im Bauwesen. Seine Geschichte reicht bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Seit seiner Einführung wurde EPS kontinuierlich weiterentwickelt und zählt heute zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Dämmstoffen für die Wärmedämmung von Gebäuden. 

Der Grundstoff Polystyrol wurde bereits 1839 vom deutschen Apotheker Eduard Simon entdeckt. Bis daraus ein leistungsfähiger Schaumkunststoff wurde, vergingen jedoch viele Jahrzehnte. In den frühen 1950er-Jahren gelang es Forschern der BASF, Polystyrolkügelchen mit einem Treibmittel zu versehen und kontrolliert aufzuschäumen. Das Ergebnis war ein leichter Werkstoff mit einem außergewöhnlich hohen Luftanteil und sehr guten Dämmeigenschaften.

1951 meldete die BASF das Verfahren zur Herstellung von expandierbarem Polystyrol (EPS) zum Patent an. Bereits kurz darauf begann die industrielle Produktion unter dem bis heute bekannten Markennamen Styropor®. Damit war der Grundstein für den weltweiten Einsatz von EPS gelegt.

Seit den 1950er-Jahren wird EPS kontinuierlich weiterentwickelt. Verbesserungen bei Rohstoffen, Produktionstechnologien und Qualitätskontrollen haben dazu geführt, dass moderne EPS-Dämmstoffe noch leistungsfähiger sind als die ersten Generationen. Ein Beispiel hierfür sind die heute weit verbreiteten grauen EPS-Dämmstoffe mit optimierter Wärmeleitfähigkeit durch die Zugabe von Infrarotabsorbern.

Besonders bemerkenswert ist die lange Praxiserfahrung: Gebäude, die bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren mit EPS gedämmt wurden, liefern heute wertvolle Erkenntnisse zur Dauerhaftigkeit des Materials. Untersuchungen an Bestandsgebäuden zeigen, dass fachgerecht eingebautes EPS seine Dämmwirkung über Jahrzehnte weitgehend beibehält.

EPS gehört zu den am häufigsten eingesetzten Dämmstoffen im Bauwesen. Der Dämmstoff verbindet eine sehr gute Wärmedämmung mit geringer Wasseraufnahme, hoher Druckfestigkeit, einfacher Verarbeitung, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit. Deshalb wird EPS seit Jahrzehnten in zahlreichen Anwendungsbereichen eingesetzt.

EPS-Dämmstoffe werden in zahlreichen Bereichen des Hoch- und Tiefbaus eingesetzt. Dazu gehören insbesondere Fassaden in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), Steil- und Flachdächer – einschließlich Gründächern –, oberste Geschossdecken sowie Fußböden einschließlich der Trittschalldämmung. 

Auch im Straßenbau und Gartenlandschaftsbau (Galabau) wird EPS wegen seines geringen Gewichts bei gleichzeitiger Druckfestigkeit und zur Ressourcenschonung eingesetzt.

Viele Planer entscheiden sich für EPS, weil der Dämmstoff seit Jahrzehnten in der Praxis bewährt ist. EPS verbindet eine normativ nachgewiesene Dämmleistung mit Wirtschaftlichkeit, guter Verfügbarkeit, einfacher Verarbeitung, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit.

In den meisten Fällen sollte zuerst die Gebäudehülle gedämmt und anschließend die Heizungsanlage an den reduzierten Wärmebedarf angepasst werden.

Der Grund ist einfach: Eine Heizung soll genau die Wärmemenge bereitstellen, die ein Gebäude tatsächlich benötigt. Wird zuerst die Heizung erneuert und erst später gedämmt, ist die neue Anlage häufig zu groß ausgelegt – die Heizung arbeitet dann dauerhaft außerhalb ihres optimalen Betriebsbereichs. Das verschlechtert die Effizienz und verteuert unnötig die Investition. Nach der richtigen Sanierung sinkt der Wärmebedarf deutlich.

Die ideale Reihenfolge lautet deshalb:

  1. Energieberatung oder Sanierungsfahrplan erstellen
  2. Gebäudehülle verbessern (Dach, oberste Geschossdecke, Fassade, Kellerdecke, Fenster)
  3. Wärmebedarf neu berechnen
  4. Heizung passend zur sanierten Gebäudehülle auswählen

EPS gehört zu den Dämmstoffen mit dem geringsten Materialeinsatz pro Quadratmeter. Aufgrund seiner guten Wärmeleitfähigkeit und seines hohen Luftanteils wird für die gleiche Dämmwirkung häufig weniger Material benötigt als bei vielen anderen Dämmstoffgruppen.

Mit Wärmeleitfähigkeiten von typischerweise 0,031 bis 0,040 W/(m·K) erreicht EPS die gleiche Dämmwirkung in aller Regel mit geringeren Dicken als viele Holzfaserdämmstoffe oder andere Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen bei gleichzeitig vergleichbar guten oder sogar besseren Werten als zahlreiche Mineralwolleprodukte.

Da EPS zu rund 98 % aus Luft besteht, wird für dieselbe Dämmleistung deutlich weniger Materialmasse benötigt. Während eine Holzfaserdämmplatte häufig Rohdichten von 110 bis über 250 kg/m³ aufweist und Mineralwolle meist bei 30 bis 150 kg/m³ liegt, erreicht EPS seine Dämmwirkung bereits mit typischen Rohdichten von 15 bis 30 kg/m³.

Ein häufig übersehener Fakt ist daher: Für die gleiche Dämmwirkung wird bei EPS oft die geringste Materialmenge aller gängigen Dämmstoffgruppen benötigt. Dies reduziert nicht nur das Transportgewicht, sondern auch den Rohstoffbedarf pro Quadratmeter gedämmter Fläche. 

Technische Eigenschaften und Anwendungen

Graues EPS enthält Graphitpartikel, die Wärmestrahlung absorbieren und dadurch die Dämmleistung verbessern. Gegenüber weißem EPS kann sich die Dämmleistung bei gleicher Dicke um bis zu 25 % erhöhen.

Moderne EPS-Dämmstoffe erreichen sehr gute Wärmeleitfähigkeiten. Graue EPS-Dämmstoffe erzielen Bemessungswerte bis etwa λ = 0,032 W/(mK), teilweise sogar darunter. Weiße EPS-Produkte liegen je nach Rohdichte etwas höher.

Ja. Speziell entwickelte EPS-Trittschalldämmplatten können Trittschall wirksam reduzieren. Trittschall entsteht, wenn Menschen über einen Boden gehen oder Gegenstände auf den Boden fallen. Die dabei entstehenden Erschütterungen breiten sich als Körperschall in der Deckenkonstruktion aus und werden in benachbarten Räumen wieder als Luftschall wahrgenommen. 

Dafür wird das EPS elastifiziert, das heißt, seine Struktur wird durch einmaliges Stauchen während der Herstellung so verändert, dass es unter Belastung geringfügig nachgibt und elastisch reagiert. Dadurch kann die Dämmschicht Schwingungen aufnehmen und entkoppeln, anstatt sie direkt in die Gebäudekonstruktion weiterzuleiten.

Die elastifizierte Struktur bewirkt, dass:

  • Trittschall deutlich reduziert wird,
  • die Schallübertragung zwischen Geschossen verringert wird,
  • gleichzeitig die hervorragenden Wärmedämmeigenschaften von EPS erhalten bleiben.

Kurz gesagt: Durch die Elastifizierung wird EPS federnder und schwingungsdämpfend. Die Dämmschicht wirkt wie ein elastisches Polster unter dem Estrich und trägt so wirksam zur Reduzierung von Trittschall bei.

Ja. EPS trägt wirksam zum sommerlichen Wärmeschutz bei. Der Dämmstoff reduziert den Wärmestrom durch die Gebäudehülle und verlangsamt dadurch den Eintrag von Außenwärme in das Gebäude. Innenräume heizen sich langsamer auf und bleiben länger auf einem angenehmen Temperaturniveau.

Für die tatsächliche Raumtemperatur im Sommer sind jedoch neben der Dämmung weitere Faktoren von großer Bedeutung. Besonders entscheidend sind die Größe und Ausrichtung der Fensterflächen, ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz sowie die Nachtlüftung. Über unverschattete Fenster gelangen häufig deutlich größere Wärmemengen in das Gebäude als über opake Bauteile wie Dach oder Wand.

Wichtig sind auch vorhandene Speichermassen im Gebäude. Massive Bauteile wie Betondecken, Estriche, Mauerwerk oder Innenwände können Wärmemengen aufnehmen und zeitlich verzögert wieder abgeben. Dadurch werden Temperaturspitzen abgepuffert und das Raumklima stabilisiert. Auch die im Gebäude vorhandene Einrichtung – beispielsweise Möbel, Bodenbeläge oder Bücher – trägt in gewissem Umfang zur Wärmespeicherung bei.

Die Rolle des Dämmstoffs als Wärmespeicher wird dagegen häufig überschätzt. Zwar unterscheiden sich Dämmstoffe hinsichtlich ihrer Rohdichte und spezifischen Wärmekapazität, ihr Beitrag zur gesamten Wärmespeicherung eines Gebäudes ist jedoch meist gering. Der Grund liegt in der im Vergleich zur Bausubstanz sehr niedrigen Rohdichte von Dämmstoffen. EPS besitzt beispielsweise eine Rohdichte von typischerweise nur etwa 15 bis 30 kg/m³, während Beton rund 2.300 kg/m³ und Mauerwerk häufig 1.400 bis 2.000 kg/m³ erreichen. Die Wärmespeicherfähigkeit massiver Bauteile übersteigt daher die von Dämmstoffen um ein Vielfaches.

Für den sommerlichen Wärmeschutz ist deshalb in erster Linie die Kombination aus guter Wärmedämmung, wirksamem Sonnenschutz, ausreichender Speichermasse und einer angepassten Lüftungsstrategie entscheidend. EPS erfüllt dabei seine wesentliche Aufgabe, den Wärmeeintrag durch die Gebäudehülle wirksam zu begrenzen. Unterschiede zwischen Dämmstoffen aufgrund ihrer Rohdichte haben im Gesamtsystem Gebäude meist einen deutlich geringeren Einfluss als häufig angenommen wird.

Nein. Schwere Dämmstoffe bieten nicht automatisch einen besseren sommerlichen Wärmeschutz. Dieses Missverständnis hält sich zwar hartnäckig, wird jedoch durch die Bauphysik nicht bestätigt. 

Oft wird behauptet, schwere Dämmstoffe wie Holzfaser seien grundsätzlich überlegen. Tatsächlich wird die sommerliche Raumtemperatur vor allem durch Sonneneinstrahlung, Fensterflächen, Verschattung, Lüftung und die Speichermasse der eigentlichen Baukonstruktion beeinflusst.

Die Wärmespeicherfähigkeit der Dämmung selbst spielt im Vergleich zu Betondecken, Estrichen oder Mauerwerk meist nur eine untergeordnete Rolle. Da diese Bauteile ein Vielfaches der Masse einer Dämmschicht besitzen, dominieren sie das thermische Verhalten des Gebäudes. Für den sommerlichen Wärmeschutz ist die Masse des Gebäudes meist wichtiger als die Masse des Dämmstoffs.

EPS (expandiertes Polystyrol) überzeugt durch eine hohe Frostbeständigkeit und behält seine hervorragende Dämmleistung auch bei langanhaltenden Minusgraden. Die Wärmedämmung basiert überwiegend auf der in den geschlossenen Zellstrukturen eingeschlossenen Luft, deren dämmende Wirkung von niedrigen Temperaturen praktisch unbeeinflusst bleibt.

Besonders vorteilhaft ist das Verhalten von EPS bei Frost-Tau-Wechseln. Für Anwendungen, bei denen solche Beanspruchungen auftreten können – beispielsweise im Sockelbereich einer Fassade, in erdberührten Bauteilen oder anderen feuchtebelasteten Konstruktionen – werden die Produkte gezielt auf ihre Dauerhaftigkeit kontrolliert. Die Eignung für diese Anwendungsbereiche wird somit nicht nur vorausgesetzt, sondern durch entsprechende Prüfverfahren und Nachweise belegt.

Ein wesentlicher Grund für die hohe Widerstandsfähigkeit liegt in der besonderen Materialstruktur von EPS. Die miteinander verschweißten Polystyrolpartikel bilden ein leichtes, zelliges Gefüge mit sehr geringer Wasseraufnahme. Da nur wenig Feuchtigkeit in das Material eindringen kann, entstehen beim Gefrieren kaum kritische Spannungen durch die Volumenzunahme von Wasser. Gleichzeitig verleiht die Zellstruktur dem Dämmstoff eine gewisse Flexibilität, sodass begrenzte Verformungen aufgenommen werden können, ohne die Funktionstüchtigkeit des Materials zu beeinträchtigen.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die hohe Beständigkeit von EPS gegenüber Frost-Tau-Belastungen. Selbst nach wiederholten Frost-Tau-Zyklen bleiben die wesentlichen Materialeigenschaften und die Dämmleistung weitgehend erhalten. Veränderungen werden vor allem dann beobachtet, wenn das Material über längere Zeit zusätzliche Feuchtigkeit aufgenommen hat – beispielsweise durch Wasserdampfdiffusion unter ungünstigen Randbedingungen. Solche Feuchteeinträge werden jedoch durch eine fachgerechte Planung und Ausführung der Konstruktion vermieden.

Baustoffe reagieren unterschiedlich auf Frost-Tau-Wechsel. Entscheidend ist vor allem, wie viel Wasser sie aufnehmen und wie ihre Materialstruktur auf gefrierendes Wasser reagiert.

Naturgemäß sind vor allem Materialien anfälliger für Frost-Tau-Wechsel, die entweder viel Wasser aufnehmen oder deren Struktur bei der Volumenzunahme des gefrierenden Wassers nur wenig Ausweichmöglichkeiten bietet.

Dazu zählen insbesondere:

  • Poröse mineralische Baustoffe wie bestimmte Natursteine, Ziegel oder Beton. Nimmt das Material Wasser auf, kann dieses in den Poren gefrieren und sein Volumen um rund 9 % vergrößern. Die dabei entstehenden Spannungen können zu Abplatzungen, Mikrorissen oder Gefügeschäden führen.
  • Holz und Holzfaserprodukte, wenn sie über längere Zeit stark durchfeuchtet werden. Hier stehen zwar weniger Frostschäden im Vordergrund, jedoch können Quellen, Schwinden und eine erhöhte Feuchtebelastung die Dauerhaftigkeit beeinträchtigen.
  • Mineralische Dämmstoffe mit höherer Feuchteaufnahme können bei ungünstigen Randbedingungen ebenfalls stärker unter Feuchtigkeitseinflüssen leiden, da die eingetragene Feuchtigkeit die Dämmleistung beeinflussen kann.

Im Vorteil sind dagegen Materialien mit:

  • geringer Wasseraufnahme,
  • einer geschlossenen oder weitgehend geschlossenen Zellstruktur,
  • ausreichender Elastizität zur Aufnahme lokaler Spannungen.

Genau hier liegen die Stärken von EPS. Durch sein zelliges Gefüge und die geringe Wasseraufnahme steht vergleichsweise wenig Wasser zur Verfügung, das überhaupt gefrieren könnte. Dadurch entstehen deutlich geringere Frostspannungen als bei stark porösen, wasseraufnahmefähigen Materialien. Zudem kann die Zellstruktur begrenzte Verformungen aufnehmen, ohne dass die Dämmfunktion beeinträchtigt wird.

Ja. EPS-Dämmstoffe behalten ihre Wärmedämmwirkung langfristig bei. Der Grund liegt im Materialaufbau: EPS besteht zu etwa 98 % aus Luft und nur zu rund 2 % aus Polystyrol. Die Wärmedämmung wird überwiegend durch die in den geschlossenen Schaumstoffzellen eingeschlossene Luft erreicht.

Im Gegensatz zu einigen Hochleistungsdämmstoffen, deren Dämmwirkung auf speziellen Zellgasen mit besonders geringer Wärmeleitfähigkeit basiert, enthält EPS dauerhaft Luft als Zellgas. Luft befindet sich sowohl innerhalb der Zellen als auch in der Umgebung des Dämmstoffs. Dadurch kann ein möglicher Gasaustausch durch Diffusion praktisch nicht zu einer Verschlechterung der Dämmwirkung führen. Selbst wenn über sehr lange Zeiträume ein Gastransport stattfinden würde, wird keine „bessere“ Dämmgasfüllung durch ein „schlechteres“ Umgebungsgas ersetzt – innerhalb und außerhalb des Dämmstoffs befindet sich bereits dasselbe Medium.

Nein. Sowohl Mineralwolle als auch EPS können bei fachgerechtem Einbau die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes erreichen. EPS bietet aufgrund seiner geschlossenen Zellstruktur jedoch besondere Vorteile bei Feuchtebeständigkeit und Druckfestigkeit. 

Während Feuchtigkeit bei Mineralwolle die Dämmwirkung beeinträchtigen kann und durchnässte Bereiche unter Umständen ausgetauscht werden müssen, nimmt EPS nur sehr geringe Mengen Wasser auf. Selbst nach jahrzehntelangem Einsatz behält EPS deshalb seine Dämmleistung und mechanischen Eigenschaften in vielen Anwendungen nahezu unverändert bei. Ein oft unterschätzter Vorteil von EPS ist daher seine hohe Dauerhaftigkeit auch unter schwierigen Feuchtebedingungen wie sie oft bei der Gebäudehülle vorkommen. Die langfristige Funktionsfähigkeit eines Dämmstoffs hängt nicht nur vom Alter, sondern auch von seiner Feuchtebeständigkeit ab – und hier gehört EPS zu den besonders robusten Materialien.

Besonders wichtig ist auch die dauerhafte Druckfestigkeit von EPS, die z.B. im Flachdach bei Wartungsarbeiten oder bei Aufständerungen von PV-Anlagen große Vorteile durch EPS bietet. EPS benötigt keine lastverteilende Schutzschicht.

Ja. EPS ist diffusionsoffen und wirkt nicht wie eine Dampfsperre.

Von diffusionsoffen spricht man im Bauwesen, wenn Wasserdampf durch einen Baustoff oder Bauteilaufbau hindurchwandern kann und somit Feuchtigkeit nicht eingeschlossen wird.

Als Orientierung gelten häufig folgende sd-Werte:

  • sd < 0,5 m: diffusionsoffen
  • sd < 0,1 m: hoch diffusionsoffen
  • sd > 1.500 m: Dampfsperre

Der sd-Wert (wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke) gibt an, welchem Widerstand einer gleich dicken Luftschicht der Baustoff bei der Wasserdampfdiffusion entspricht. Je kleiner der sd-Wert, desto diffusionsoffener ist das Material.

Typische EPS-Dämmstoffe haben – je nach Dicke und Produkttyp – sd-Werte in einer Größenordnung, die vergleichbar mit Holz sind. Daher kann Wasserdampf auch durch EPS diffundieren; es wirkt also nicht wie eine Dampfsperre.

Ja. Eine Wand kann auch nach einer Dämmung Feuchtigkeit durch Diffusion transportieren. Der häufig verwendete Begriff der „atmenden Wand“ beschreibt jedoch keinen bauphysikalischen Vorgang.

Wände müssen nicht „atmen“, um ein gesundes Raumklima zu gewährleisten. Tatsächlich findet der überwiegende Teil des Luft- und Feuchtigkeitsaustauschs über das Lüften statt – nicht über die Außenwand. Der Begriff „atmende Wand“ hält sich zwar hartnäckig, beschreibt aber keinen bauphysikalischen Vorgang. Massive Außenwände transportieren nur sehr geringe Mengen Wasserdampf. Selbst ungedämmte Wände können Feuchtigkeit aus Wohnräumen nicht in nennenswertem Umfang „wegatmen“. Für die Feuchteregulierung sind vielmehr regelmäßiges Lüften oder moderne Lüftungssysteme verantwortlich.

Nein. EPS selbst kann nicht schimmeln

Schimmel benötigt Feuchtigkeit und organische Nährstoffe als Lebensgrundlage. EPS (expandiertes Polystyrol) besteht aus Kunststoff und bietet Schimmelpilzen keine Nahrung. Daher kann das Material weder verschimmeln noch verrotten. Darüber hinaus trägt eine EPS-Dämmung sogar dazu bei, Schimmelbildung vorzubeugen: Durch die gute Dämmwirkung steigt die Oberflächentemperatur der Innenwand. Wärmere Wandoberflächen führen dazu, dass weniger Feuchtigkeit aus der Raumluft als Tauwasser an der Wand auskondensiert. Da Schimmel vor allem auf feuchten Oberflächen wächst, sinkt das Schimmelrisiko. Eine fachgerecht ausgeführte EPS-Dämmung wirkt daher in der Regel schimmelhemmend und nicht schimmelfördernd.

Ja. Speziell zugelassene EPS-Perimeterdämmplatten eignen sich für Kelleraußenwände. Sie sind druckfest, feuchtigkeitsbeständig und werden seit vielen Jahren im erdberührten Bereich eingesetzt.

EPS nimmt nur sehr geringe Mengen Wasser auf. Das liegt an seiner geschlossenen Zellstruktur: Wasser kann nicht frei in das Material eindringen. 

EPS besteht aus Millionen kleiner, geschlossenzelliger Schaumkügelchen. Jede einzelne Zelle ist von einer dünnen Polystyrolhülle umgeben und enthält überwiegend Luft. Dadurch kann Wasser nicht frei in das Material eindringen.

Wenn bei Prüfungen eine geringe Wasseraufnahme gemessen wird, stammt diese nicht aus den geschlossenen Zellen selbst. Wasser kann sich lediglich in den feinen Zwischenräumen zwischen den verschäumten Partikeln ansammeln. Diese Hohlräume werden als Zwickel bezeichnet.

Das bedeutet:

  • Die Zellen des EPS bleiben trocken.
  • Wasser dringt nicht in die geschlossene Zellstruktur ein.
  • Eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme findet nur in den Zwischenräumen der Schaumstruktur statt.

Da die Zellstruktur weitgehend trocken bleibt, behält EPS seine sehr guten Dämmeigenschaften auch unter Feuchteeinwirkung langfristig bei. Genau deshalb wird EPS seit Jahrzehnten erfolgreich in Fassaden, Dächern und Böden eingesetzt.

Für besonders anspruchsvolle Anwendungen, beispielsweise die Perimeterdämmung im erdberührten Bereich von Kelleraußenwänden oder unter Bodenplatten, werden speziell dafür entwickelte EPS-Produkte eingesetzt.

Diese Perimeterdämmstoffe verfügen über eine besonders dichte und homogene Struktur mit deutlich weniger Zwischenräumen zwischen den Schaumperlen. Dadurch können sich kaum Wasseransammlungen in den Zwickeln bilden. Die Wasseraufnahme ist daher äußerst gering. 

Nein. Eine fachgerecht ausgeführte EPS-Dämmung erzeugt keine Feuchtigkeit und erhöht auch nicht die Luftfeuchtigkeit im Gebäude.

Im Gegenteil: Eine EPS-Dämmung hilft dabei, Wärmebrücken zu reduzieren und Oberflächen trocken zu halten. Feuchtigkeitsprobleme entstehen in der Praxis meist durch:

  • unzureichendes Lüften,
  • bauliche Schäden,
  • undichte Anschlüsse,
  • eindringendes Wasser,
  • oder Wärmebrücken.

Nein. EPS-Dämmstoffe schließen Feuchtigkeit nicht im Gebäude ein. 

Die häufig geäußerte Sorge, eine EPS-Dämmung „versiegele“ die Fassade und schließe Feuchtigkeit im Gebäude ein, entspricht nicht den bauphysikalischen Tatsachen. Moderne Wärmedämmverbundsysteme mit EPS sind seit Jahrzehnten bewährt und funktionieren nach klar definierten bauphysikalischen Prinzipien. 

Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Vorstellung, dass Wände wie eine Lunge „atmen“ müssten. Tatsächlich wird die Feuchtigkeit in Wohnräumen überwiegend über Lüften und den kontrollierten Luftaustausch abgeführt – nicht über die Außenwand. Der Anteil der Feuchtigkeit, der durch massive Bauteile diffundiert, ist vergleichsweise gering. 

EPS verhindert diesen Feuchtigkeitstransport nicht vollständig. Wasserdampf kann auch durch ein EPS-WDVS in begrenztem Umfang diffundieren. Entscheidend ist jedoch, dass die gesamte Wandkonstruktion bauphysikalisch richtig geplant und ausgeführt wird.

Holzfaserdämmstoffe und EPS verfügen über unterschiedliche bauphysikalische Eigenschaften. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Holzfaserdämmstoffe Feuchtigkeit grundsätzlich besser vertragen als EPS. Entscheidend ist immer die jeweilige Konstruktion und der vorgesehene Anwendungsbereich.

Holzfaserdämmstoffe können zwar Feuchtigkeit aufnehmen und zeitweise speichern, was in bestimmten Konstruktionen bauphysikalische Vorteile haben kann. Häufig wird daraus jedoch fälschlicherweise abgeleitet, dass sie gegenüber Feuchtigkeit grundsätzlich robuster seien.

Tatsächlich besitzt EPS einen entscheidenden Vorteil: Es nimmt nur sehr geringe Mengen Wasser auf. Selbst bei längerer Feuchteeinwirkung bleiben die Wasseraufnahme und damit die Beeinträchtigung der Dämmwirkung vergleichsweise gering. Deshalb wird EPS nicht nur an Fassaden und Dächern, sondern auch in erdberührten Bereichen, unter Bodenplatten, bei Perimeterdämmungen oder sogar im Straßen- und Erdbau eingesetzt.

Holzfaserdämmstoffe können hingegen deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Dies ist zwar Teil ihres Funktionsprinzips, führt aber zugleich dazu, dass ihre Wärmedämmleistung bei erhöhter Feuchte stärker beeinflusst werden kann und ein wirksamer Feuchteschutz in der Konstruktion besonders wichtig ist.

Ein oft übersehener Fakt ist daher: Wenn es um den Einsatz in dauerhaft feuchtebeanspruchten Bereichen geht, schneidet EPS häufig besser ab als Holzfaserdämmstoffe. Genau deshalb wird EPS in Anwendungen eingesetzt, für die Holzfaserdämmstoffe in der Regel nicht geeignet sind – beispielsweise als Perimeterdämmung im Erdreich oder im Sockelbereich.

Das zeigt, dass die Leistungsfähigkeit eines Dämmstoffs immer von der jeweiligen Anwendung abhängt. Ein nachwachsender Rohstoff ist nicht automatisch in allen technischen Eigenschaften überlegen. Bei Wasserbeständigkeit und Feuchteunempfindlichkeit gehört EPS zu den leistungsfähigsten Dämmstoffen am Markt.

EPS-Dämmstoffe werden je nach Anwendungsbereich mit unterschiedlichen Rohdichten hergestellt. Grundsätzlich gilt: Je höher die mechanischen Anforderungen an einen Dämmstoff sind, desto höher wird in der Regel auch seine Rohdichte gewählt. Die Wärmedämmung wird dabei nicht allein durch die Rohdichte bestimmt, sondern vor allem durch die jeweilige Materialzusammensetzung und den Produkttyp.

Beispiele:

  • Fassadendämmung: Hier steht vor allem eine hohe Wärmedämmleistung im Vordergrund. Deshalb werden häufig leichte EPS-Dämmplatten mit niedriger Rohdichte eingesetzt. 
  • Dachdämmung: Müssen hohe Lasten – beispielsweise durch Photovoltaikanlagen oder technische Aufbauten – aufgenommen werden, kommen druckfestere EPS-Qualitäten mit höherer Rohdichte zum Einsatz. 
  • Perimeterdämmung: Im erdberührten Bereich sind zusätzlich eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Erdlasten erforderlich. Deshalb werden hierfür EPS-Dämmplatten mit entsprechend hoher Rohdichte eingesetzt.

EPS ist in unterschiedlichen Druckfestigkeitsklassen erhältlich und kann an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. 

Je nach Anwendung stehen Produkte für gering belastete Bauteile ebenso zur Verfügung wie für hoch belastete Konstruktionen. EPS verfügt trotz seines geringen Gewichts über eine hohe Druckfestigkeit und wird deshalb in vielen Anwendungen unter Estrichen, Bodenplatten, Flachdächern oder Verkehrsflächen eingesetzt. Je nach Anwendungsbereich stehen unterschiedliche Festigkeitsklassen zur Verfügung. Dabei ist es wichtig, zwischen verschiedenen Kennwerten zu unterscheiden:

Die häufig angegebene Druckspannung bei 10 % Stauchung (σ10) beschreibt die Belastung, die erforderlich ist, um die Dämmplatte um 10 % ihrer Dicke zusammenzudrücken. Dieser Wert dient vor allem der Klassifizierung des Materials. Typische EPS-Produkte erreichen hier Werte von 70 bis 300 kPa, also 7 bis 30 Tonnen pro Quadratmeter. Eine solche Verformung stellt jedoch bereits einen Grenzzustand dar und entspricht nicht der Belastung im normalen Bauwerksbetrieb. Für die praktische Bemessung ist deshalb die Langzeitdruckspannung deutlich wichtiger. Sie beschreibt  jene Last, die das Material über Jahrzehnte aufnehmen kann, ohne dass unzulässige bleibende Verformungen auftreten. Diese zulässigen Dauerlasten liegen je nach EPS-Typ typischerweise bei etwa 20 bis 90 kPa und damit deutlich unter der Druckspannung bei 10 % Stauchung. Außerdem muss zwischen elastischer und bleibender Verformung unterschieden werden. Wird EPS belastet, verformt es sich zunächst elastisch. Das bedeutet, dass die Dämmung nach Entlastung weitgehend wieder ihre ursprüngliche Form annimmt. Erst bei höheren oder lang andauernden Belastungen entstehen dauerhafte Verformungen. Deshalb werden Dämmstoffe stets mit ausreichenden Sicherheitsreserven ausgewählt.

Zur Einordnung: Die Verkehrslasten in Wohngebäuden betragen üblicherweise etwa 1,5 bis 2,0 kN/m², also lediglich 1,5 bis 2,0 kPa. Selbst unter Berücksichtigung von Estrich, Möbeln und Sicherheitszuschlägen liegen die tatsächlichen Beanspruchungen daher meist deutlich unter den zulässigen Dauerlasten geeigneter EPS-Dämmstoffe.

Die häufig geäußerte Sorge, EPS würde unter normalen Gebäude- oder Wohnlasten „zusammengedrückt“, ist daher unbegründet. Bei fachgerechter Auswahl der Druckfestigkeitsklasse behält EPS seine Funktion und Formstabilität über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes bei.

Nein. EPS gibt bei bestimmungsgemäßer Verwendung keine gesundheitsschädlichen Stoffe an die Raumluft ab. Messungen zeigen, dass die sogenannten VOC-Emissionen deutlich unter den relevanten Grenzwerten liegen. EPS erfüllt alle Anforderungen an Dämmstoffe für den Einsatz in Innenräumen, beispielsweise bei Innendämmungen.

Ja. EPS gehört aufgrund seines günstigen Verhältnisses von Kosten zu Dämmleistung zu den wirtschaftlichsten Dämmstoffen im Markt. Gleichzeitig ermöglicht der Dämmstoff eine hohe Wärmedämmleistung bei geringem Materialeinsatz.

Eine fachgerecht eingebaute EPS-Dämmung erreicht eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren. Technische Lebensdauern, die deutlich darüber hinausgehen, gelten nach heutigen Erkenntnissen als realistisch.

EPS gehört zu den leichtesten Dämmstoffen im Bauwesen. Eine typische EPS-Dämmplatte für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit einer Dicke von 16 cm und einer Rohdichte von 15 kg/m³ wiegt lediglich rund 2,4 kg pro Quadratmeter.

Zum Vergleich:

  • 1 m² Mauerwerk wiegt häufig über 150 kg.
  • 1 m² Beton kann mehrere hundert Kilogramm wiegen.

EPS-Dämmplatten zeichnen sich durch eine hohe Maßhaltigkeit und Formstabilität aus. Dadurch lassen sich besonders gerade und ebene Fassadenflächen herstellen. Gerade bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) ist dies ein wichtiger Vorteil für eine hochwertige Oberflächenqualität.

Viele Bauherren achten bei Dämmstoffen auf Wärmeleitfähigkeit, Nachhaltigkeit oder Brandschutz. Ein weiterer Vorteil von EPS ist jedoch seine hohe Maßhaltigkeit und Formstabilität.

EPS wird industriell mit sehr engen Fertigungstoleranzen hergestellt. Die Platten sind leicht, formstabil und weisen eine gleichmäßige Struktur auf. Dadurch lassen sie sich präzise verarbeiten und ermöglichen sehr ebene Fassadenflächen. Gerade bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) erleichtert dies die Ausführung hochwertiger Oberflächen.

Je nach Material und Herstellungsverfahren können Faserdämmstoffe größere Dickentoleranzen aufweisen. Dadurch kann die Verarbeitung im Einzelfall anspruchsvoller sein.

Viele Architekten und Verarbeiter schätzen EPS nicht nur wegen seiner Dämmleistung, sondern auch wegen der hohen Oberflächenqualität, die sich damit wirtschaftlich erzielen lässt.

Ja. EPS-Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) bieten Architekten und Planern eine außergewöhnlich große Gestaltungsfreiheit. Neben einer hohen Energieeffizienz lassen sich auch anspruchsvolle architektonische Fassadenlösungen wirtschaftlich realisieren.

Während Dämmstoffe häufig vor allem unter energetischen Gesichtspunkten betrachtet werden, ermöglicht EPS zusätzlich eine große gestalterische Freiheit. Das Material lässt sich präzise schneiden, fräsen und formen. Dadurch können neben ebenen Fassadenflächen auch Gesimse, Lisenen, Bossierungen, Faschen, Fensterumrahmungen, Rundungen, Ornamente sowie moderne plastische Fassadenstrukturen realisiert werden.

Besonders bei der Sanierung historischer Gebäude oder bei architektonisch anspruchsvollen Neubauten können individuelle Formteile hergestellt werden, die sich exakt an das jeweilige Gebäudedesign anpassen. Gleichzeitig bleiben die hohen Anforderungen an den Wärmeschutz erhalten.

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Maßhaltigkeit des Materials. Dadurch lassen sich sehr ebene Fassadenflächen und präzise ausgeführte Details herstellen, was die optische Qualität der Fassade zusätzlich verbessert.

Mineralwolle- und Holzfaserdämmstoffe werden überwiegend als Plattenwerkstoffe eingesetzt. Individuelle Profile, dreidimensionale Fassadenelemente oder aufwendige Gestaltungselemente sind je nach Material und System häufig nur mit größerem konstruktiven und handwerklichen Aufwand umsetzbar.

Ja. EPS wird seit Jahrzehnten nicht nur als Dämmstoff, sondern auch als Leichtbaustoff im Straßen- und Erdbau eingesetzt. Typische Anwendungsbereiche sind Straßen, Brückenrampen, Bahntrassen und Stützkonstruktionen.

Der Grund dafür ist das außergewöhnlich geringe Gewicht des Materials bei gleichzeitig hoher Druckbelastbarkeit. Während natürlicher Boden je nach Beschaffenheit etwa 1.600 bis 2.000 kg/m³ wiegt, besitzt EPS üblicherweise nur eine Rohdichte von 15 bis 35 kg/m³. Damit ist EPS rund 50- bis 100-mal leichter als Erdreich.

Durch den Einsatz von EPS-Blöcken können Bauwerke auf wenig tragfähigen Untergründen errichtet werden, ohne den Baugrund stark zu belasten. Setzungen werden reduziert und aufwendige Bodenverbesserungsmaßnahmen können häufig vermieden werden. Zudem lassen sich Hänge, Dämme und Rampen mit deutlich geringerem Eigengewicht herstellen, was insbesondere im Brücken- und Infrastrukturbau Vorteile bietet.

Trotz seines geringen Gewichts verfügt EPS über eine hohe Druckfestigkeit und Langzeitbeständigkeit. Zahlreiche Projekte im In- und Ausland zeigen, dass EPS-Leichtbaublöcke auch nach Jahrzehnten ihre Funktion zuverlässig erfüllen.

Der Einsatz von EPS im Straßen- und Erdbau zeigt, dass das Material weit mehr ist als ein klassischer Dämmstoff. Aufgrund seines außergewöhnlichen Verhältnisses von Gewicht, Druckfestigkeit und Dauerhaftigkeit wird EPS seit vielen Jahrzehnten erfolgreich auch als konstruktiver Leichtbaustoff eingesetzt.

Brandschutz

Ja. EPS ist ein brennbarer Dämmstoff. Für den Einsatz im Bauwesen werden EPS-Dämmstoffe jedoch mit einem polymeren Flammschutzmittel ausgestattet und erfüllen die geltenden bauaufsichtlichen Anforderungen an den Brandschutz.

EPS (expandiertes Polystyrol) ist ein organischer Dämmstoff und damit grundsätzlich brennbar. Damit befindet sich EPS in guter Gesellschaft mit vielen anderen bewährten Baustoffen wie Holz, Holzfaserdämmstoffen oder Zellulose. Die Tatsache, dass ein Material brennbar ist, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es für den Einsatz im Bauwesen ungeeignet ist. Entscheidend ist vielmehr, wie sich der Baustoff im Brandfall verhält und welche Schutzmaßnahmen im Bauwerk vorgesehen sind.

EPS-Wärmedämmstoffe unterscheiden sich von Verpackungs-EPS. Bei beiden handelt es sich zwar um denselben Grundwerkstoff, jedoch nicht um dieselben Produkte. Verpackungs-EPS wird üblicherweise nicht flammgeschützt hergestellt. Das Brandverhalten eines Verpackungselements ist daher nicht mit dem von EPS-Wärmedämmstoffen vergleichbar.

Für den Einsatz als Dämmstoff in Gebäuden werden in Deutschland ausschließlich flammgeschützte EPS-Dämmstoffe verwendet, die den geltenden bauaufsichtlichen Anforderungen entsprechen und die Sicherheit zu erhöhen. Diese Dämmstoffprodukte sind durch ein Flammschutzmittel so eingestellt, dass sie bei Wegnahme einer kleinen Zündquelle nicht selbstständig weiterbrennen. Sie zeigen daher ein deutlich anderes Verhalten als Verpackungsmaterialien aus EPS.

Darüber hinaus wird die Brandsicherheit einer Fassade oder eines Daches nicht allein durch die Dämmplatte bestimmt. Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten, darunter Kleber, Armierungsschicht, Gewebe und Oberputz, wobei insbesondere den Putzsystemen eine wesentliche Schutzaufgabe des gesamten Wärmedämm-Verbundsystems zukommt. Die EPS-Dämmung liegt dabei nicht frei, sondern ist vollständig durch die Systemschichten umgeben. Die brandschutztechnische Beurteilung erfolgt deshalb immer für das gesamte geprüfte und zugelassene System und nicht für den Dämmstoff allein.

Die frühere deutsche DIN-Brandschutzklassifizierung wurde für EPS durch die europäische Klassifizierung nach EN 13501-1 ersetzt. Dabei handelt es sich um einen formalen Schritt im Rahmen der Harmonisierung europäischer Normen. Grundlage hierfür ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2016.

Für EPS-Dämmstoffe ist die europäische Klassifizierung jedoch nicht neu. Bereits vor dem Wegfall der deutschen DIN-Klassifizierung wurden EPS-Dämmstoffe zusätzlich nach der europäischen Norm EN 13501-1 geprüft und überwacht. Die europäische Klassifizierung besteht daher bereits seit vielen Jahren und ersetzt die frühere nationale Einstufung schrittweise.

Für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), die nach der früheren DIN-Norm in die Brandschutzklasse B1 eingestuft wurden, gilt weiterhin Bestandsschutz. Für bereits zugelassene und ausgeführte Systeme ergeben sich daher keine unmittelbaren Änderungen.

Hintergrund: Die europäische Einstufung erfolgte vor mehr als zehn Jahren für EPS-Dämmstoffe aller Anwendungsgebiete und Rohdichten. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein graues EPS. Graues EPS enthält Graphitpartikel und erreicht aufgrund seiner verbesserten Dämmleistung bereits bei geringeren Materialdicken die gleiche Wärmedämmung. Dadurch wird weniger Material eingesetzt, wodurch sich auch die potenzielle Brandlast reduziert.

Nein. Die Brandsicherheit eines Gebäudes hängt nicht allein von der Brennbarkeit eines einzelnen Baustoffs ab. Entscheidend ist das geprüfte Gesamtsystem sowie das jeweilige Brandschutzkonzept.

In Werbebotschaften wird häufig der Eindruck vermittelt, ein nichtbrennbarer Dämmstoff mache ein Gebäude automatisch sicher.

So einfach ist die Realität jedoch nicht. Selbst ein Haus, das vollständig mit nichtbrennbarer Dämmung gedämmt wurde, birgt Brandrisiken z.B. durch unentdecktes Schwelen oder Glimmen einer Faserdämmung in einem Brandfall. Dieses nicht zu unterschätzende Risiko besteht bei EPS nicht.

Gebäudeeinrichtungsgegenstände und -ausstattungen wie Sofas, Betten, Küchen, Fußböden, Tüten, Einbaumöbel und Textilien aller Art sowie moderne technische Geräte  bestimmen in vielen Fällen den Brandverlauf deutlich stärker als die Dämmung. Der Brand beginnt fast immer in der Nutzungseinheit, also dort, wo Menschen leben und wohnen – nicht in der Dämmschicht einer Außenwand.

Entscheidend für die Sicherheit sind grundsätzlich ein funktionierendes Brandschutzkonzept, frühzeitige Warnung durch Rauchwarnmelder und sichere Rettungswege. Diese Maßnahmen haben für den Schutz von Menschenleben einen wesentlich größeren Einfluss als die Frage, ob ein Dämmstoff brennbar oder nicht brennbar ist.

Wer sich für ein fachgerecht ausgeführtes EPS-Dämmsystem entscheidet, muss deshalb keine Sorge haben, sein Gebäude unsicher zu machen. Sicherheit entsteht durch das gesamte Gebäude- und Brandschutzkonzept – nicht durch die isolierte Betrachtung eines einzelnen Baustoffs.

Nein. EPS-Dämmstoffe entzünden sich nicht von selbst. Für eine Entzündung ist eine ausreichend starke äußere Zündquelle erforderlich. EPS-Dämmstoffe entzünden sich erst bei Temperaturen von etwa 450 bis 500 °C. Glimm- oder Schwelbrände treten nicht auf.

Seit 2014/2015 verwenden die Mitgliedsunternehmen des Industrieverbandes Hartschaum (IVH) das polymere Flammschutzmittel PolymerFR (Polymeric Flame Retardant). Es wurde als Ersatz für das frühere Flammschutzmittel HBCD entwickelt und sorgt dafür, dass EPS-Dämmstoffe die hohen Anforderungen an den baulichen Brandschutz erfüllen.

PolymerFR wurde speziell für Dämmstoffe aus expandiertem Polystyrol (EPS) und extrudiertem Polystyrol (XPS) entwickelt. Im Gegensatz zu HBCD handelt es sich um ein Polymer mit hoher Molekülmasse, das dauerhaft in die Polystyrolstruktur eingebunden ist.

Flammschutzmittel sorgen dafür, dass EPS-Dämmstoffe die gesetzlichen Anforderungen an den baulichen Brandschutz erfüllen. Sie tragen dazu bei, dass EPS-Dämmstoffe schwer entflammbar sind und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz.

HBCD wurde aufgrund seiner Einstufung als persistenter organischer Schadstoff (POP) europaweit ersetzt. PolymerFR wurde speziell als Nachfolgeprodukt entwickelt. Es erfüllt die gleichen hohen Anforderungen an den Brandschutz, besitzt aufgrund seiner polymeren Struktur jedoch andere chemische Eigenschaften sowie ein deutlich günstigeres Umwelt- und Expositionsprofil.

HBCD wurde aufgrund seiner Einstufung als persistenter organischer Schadstoff (POP) europaweit ersetzt. PolymerFR wurde speziell als Nachfolgeprodukt entwickelt. Es erfüllt die gleichen hohen Anforderungen an den Brandschutz, besitzt aufgrund seiner polymeren Struktur jedoch andere chemische Eigenschaften sowie ein deutlich günstigeres Umwelt- und Expositionsprofil.

Ja. EPS-Dämmstoffe mit PolymerFR sind recyclingfähig. PolymerFR wurde so entwickelt, dass es mit dem mechanischen Recycling von EPS kompatibel ist. Produktionsreste werden bereits heute recycelt. Auch rückgebaute EPS-Dämmstoffe können künftig hochwertig wiederverwertet werden und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.