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Industrieverband Hartschaum e.V.
Umwelt
Umwelt Auf einen Blick - Entsorgung von EPS mit HBCD

Bundesrat vereinfacht Entsorgung von Abfällen aus früher verbauten Dämmplatten

Die Entsorgung von vor 2015 eingebauten XPS- und EPS-Dämmplatten wird einfacher und preisgünstiger. Der Bundesrat stimmte am 7. Juli 2017 einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zu. Die Verordnung tritt am 01.08.2017 in Kraft treten. (Verordnungstext s. u.)

Wärmedämmplatten mit dem Brandschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) werden als nicht gefährlicher Abfall eingestuft und brauchen keine Sondergenehmigung für die Entsorgung. Allerdings gilt für sie ein Getrenntsammlungsgebot und ein Vermischungsverbot mit anderem Bauschutt.

Entsorgungsengpass beseitigen

Hintergrund: Im Oktober 2016 waren XPS- und EPS-Dämmplatten, die HBCD enthalten, wegen europäischer Vorgaben als gefährlicher Abfall eingestuft worden. Sie durften deshalb nicht mehr zusammen mit anderem Bauschutt, sondern nur mit Sondergenehmigung verbrannt werden. Seitdem geriet die Entsorgung erheblich ins Stocken, da viele Müllverbrennungsanlagen die erforderliche Sondergenehmigung nicht besaßen. Die wenigen Anlagen mit Genehmigung verlangten sehr hohe Vergütungen. Dies verursachte Engpässe bei der Entsorgung und Probleme für viele Hausbesitzern und Sanierungsfirmen.

Einigung zwischen Bund und Ländern

Auf Anregung des Bundesrates wurde die Einstufung von HBCD als gefährlicher Abfall Ende Dezember 2016 befristet für ein Jahr ausgesetzt, um den akuten Entsorgungsengpass zu lindern (752/16). Inzwischen haben sich die Fachgremien von Bund und Ländern auf rechtskonforme und bundeseinheitliche Entsorgungsvorschriften geeinigt. Diese enthalten auch Anforderungen an den Nachweis der ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung oder gemeinwohlverträglichen Beseitigung. 

Neue Aktionsgemeinschaft: Verlässliche Entsorgungswege für HBCD-haltige Dämmstoffabfälle schaffen - Presseinformation

AG EHDA Teilnehmer

Verbände aus Handwerk, Fachhandel, Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs-, und Kunststoffbranche plädieren dafür, HBCD-haltige Dämmstoffabfälle wieder als „nicht gefährlichen Abfall“ einzustufen

Frankfurt, 19.4. 2017. Zahlreiche Verbände aus Handwerk, Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs- und Kunststoffbranche haben Ende März in Frankfurt die Aktionsgemeinschaft „AG EHDA“ gegründet, um sich für eine verlässliche Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen zu engagieren. Sie wollen durch eine sichere Verwertung das Flammschutzmittel HBCD aus dem Stoffkreislauf ausschleusen und so weiteren Imageschaden für das Thema Dämmung, den Klimaschutz und die Branche insgesamt vermeiden.

Die AG-Mitglieder sprechen sich in einem Positionspapier dafür aus, HBCD-haltige Dämmstoffabfälle wieder als „nicht gefährlichen Abfall“ einzustufen, wie es bis Ende September 2016 der Fall war. Sie begrüßen das Engagement der Bundesländer und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bis zum Ablauf des aktuellen Moratoriums eine deutschlandweit einheitliche, praxistaugliche Lösung zur Entsorgung solcher Abfälle zu erarbeiten. Die in der AG EHDA vertretenen Verbände und Unternehmen bieten der Politik ihre Unterstützung bei der Erarbeitung einer Lösung an. Aus Sicht der Aktionsgemeinschaft sollte sich diese Lösung an europarechtlichen Vorgaben orientieren und eine reibungslose Entsorgung gewährleisten.

Die AG betont, dass die energetische Verwertung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle in thermischen Abfallbehandlungsanlagen und gemischt mit anderen Abfällen einerseits ein jahrzehntelang bewährter, für Mensch und Umwelt sicherer und zudem wirtschaftlicher Prozess ist. Andererseits haben die akuten Entsorgungsengpässe im Herbst 2016 gezeigt, dass die Einstufung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen als „gefährlicher Abfall“ nicht wie geplant zu einer besseren Nachverfolgung und Ausschleusung des als POP-Stoff klassifizierten HBCD führt. Stattdessen wurde ein etablierter Entsorgungsweg zum Erliegen gebracht.

Durch die Rückkehr zur alten Verfahrensweise aus der Zeit vor dem 30.9.2016, gegebenenfalls ergänzt durch eine angepasste Dokumentationspflicht, könnten etablierte Wege der Ausschleusung und Zerstörung des POP-Stoffs HBCD wieder genutzt werden. Zur Zeit gibt es noch keine alternativen Verwertungsverfahren im Markt. Die AG EHDA sieht sich auch als Plattform, weitere Ansätze für zukünftige Entsorgungswege zu entwickeln.

Über die Aktionsgemeinschaft

Die Aktionsgemeinschaft für eine sichere und fachgerechte Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoff-Abfällen (AG EHDA) besteht aus 17 Unternehmen und Verbänden aus Handwerk, Fachhandel, Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs-, und Kunststoffbranche. Die Beteiligten treten für eine sichere, umweltverträgliche, dauerhafte, praxistaugliche und wirtschaftliche Lösung für die Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen ein. Sie engagieren sich für einen fachlichen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern und bieten für die künftige Umsetzung ihre Gesprächsbereitschaft und Unterstützung an. Das Positionspapier der Aktionsgemeinschaft und Informationen zu den Mitgliedern sowie weitere Studien und Materialien stehen unter www.Entsorgung-HBCD.de oder www.agehda.de zur Verfügung.

Kontakt:

Stefanie Mohmeyer, Tel: 0 62 21 / 77 60 71, info@agehda.dewww.agehda.de

 

 

Entsorgung von EPS mit dem Flammschutzmittel HBCD aus dem Rückbau oder der Sanierung

Abrissarbeiter

Seit Ende 2014 produzieren die Mitgliedsfirmen des Industrieverbands Hartschaum ausschließlich Styropor/Dämmstoffe aus expandiertem Polystyrol (EPS) mit dem neuen Flammschutzmittel Polymer-FR.

Über die europäische POP-Verordnung zur Umsetzung der UNEP Stockholm/Basel Konvention ist der Einsatz des Flammschutzmittels Hexabromcyclododecan (HBCD) in Europa seit dem 22. März 2016 verboten. 

Dämmstoffe mit dem neuen Flammschutzmittel „Polymer-FR“ (und somit auch die jetzigen EPS-Dämmstoffe der IVH-Mitglieder) sind von der Gefährlichkeitseinstufung nicht betroffen und können bei selektivem Rückbau bis zu 100% recycelt oder energetisch verwertet werden.

Bauabbruchabfälle, die noch das alte Flammschutzmittel HBCD enthalten und somit EPS-Platten, die vor 2015 verbaut wurden, können auch nach der neuen Einstufung in Müllverbrennungsanlagen, die über eine entsprechende Genehmigung verfügen, energetisch verwertet werden. Durch die energetische Verwertung wird sichergestellt, dass HBCD, wie von den Behörden gefordert, sicher aus dem Material- und Stoffkreislauf ausgeschleust und zerstört wird.

Beim Rückbau der Gebäude ist keine persönliche Arbeitsschutzausrüstung notwendig, da ein direkter Kontakt mit HBCD ausgeschlossen werden kann. HBCD ist fest in der Polymermatrix eingebunden und kann weder ausgewaschen werden noch mechanisch (z.B. durch Abrieb) austreten. Ein Kontakt mit Menschen oder der Umwelt ist daher ausgeschlossen. 

 

Unterscheidung HBCD-haltiges EPS und EPS mit Polymer-FR

Abriss WDVS

Seit Ende 2014 produzieren die IVH-Mitglieder ausschließlich EPS-Dämmstoffe mit dem Flammschutzmittel Polymer-FR. Dämmstoffe mit dem Flammschutzmittel Polymer-FR verfügen über verbesserte Umwelteigenschaften und werden nicht als gefährlicher Abfall eingestuft. Um für alle Beteiligten eine praktikable und einfache Unterscheidungsmöglichkeit zwischen HBCD-haltigen EPS-Dämmstoffen und EPS mit Polymer-FR zu bieten, könnten die folgenden Maßnahmen aus Sicht des IVH die Trennung erleichtern:


- Kopie der Leistungserklärung bei Abgabe der EPS-Abfälle mit Polymer-FR

- Kennzeichnung der Platten mit Rollstempelaufdruck: „Kein HBCD / Enthält Polymer-FR“

- Farbige EPS-Perlen in den Dämmstoffplatten, die eine schnelle visuelle Unterscheidung ermöglichen


Der IVH wird auch die Betreiber der Müllheizkraftwerke und Entsorgungsbetriebe über Möglichkeiten zur leichteren Unterscheidung informieren.
Industrieverband Hartschaum e. V. (IVH) - Maaßstraße 32-1- 69123 Heidelberg
fon 0 62 21 - 77 60 71 - fax 0 62 21 - 77 51 06 - Email: info@ivh.de
Verordnung zur Überwachung von nicht gefährlichen Abfällen mit persistenten organischen Schadstoffen und zur Änderung der Abfallverzeichnis-Verordnung
IVH-Mitglieder produzieren seit Ende 2014 / Anfang 2015 HBCD-freies EPS
Die Umstellung auf das neu entwickelte Additiv Polymer-FR wurde von den IVH-Mitgliedern in 2014 begonnen und Anfang 2015 abgeschlossen – und damit weit über ein Jahr früher als vom Gesetzgeber festgelegt. Untersuchungen nach Testkäufen am Markt, in Auf
Kennzeichnung des neuen EPS ohne HBCD
Vor 2014 verbauter EPS-Dämmstoff enthält das alte Flammschutzmittel HBCD. Hersteller bzw. Händler müssen über die Verwendung des Stoffes Auskunft geben. Über ein Online-Formular des Umweltbundesamtes kann der Hersteller, Händler oder Importeur hier einfac
Keine Gefahr auf der Baustelle
HBCD-haltige Dämmplatten aus EPS sind sowohl beim Abbruch, als auch beim Transport umwelt- und arbeitsschutzrechtlich unbedenklich.
Das sind die Abfallmengen, um die es geht!
Riesige Müllberge aus EPS sind und bleiben Illusion.
Verwertungsverfahren
Bis 2018 soll eine erste Solvolyse-Pilotanlage in Betrieb gehen. Das CreaSolv®-Verfahren ermöglicht die Trennung von HBCD und EPS. Über eine stoffliche Verwertung kann dann der EPS-Ausgangsstoff Polystyrol gewonnen werden.
HBCD - Um diesen heute nicht mehr eingesetzten Stoff in altem EPS geht es
Die Risikoanalyse zu HBCD hat dargelegt, dass HBCD in EPS-Dämmstoffen fest in das Polymergerüst eingebettet ist. Die PBT-Eigenschaft des HBCD wird damit nicht auf den EPS-Dämmstoff übertragen. ...