IVH-Fakten-Check zum ARD-Krimi Tatort „Fackel“ am 22. März 2026

Kategorien: Aktuelles

24. März 2026

Einordnung zu Dämmstoffen und Brandschutz im Zusammenhang mit der TV‑Sendung „Tatort: Fackel“ (22.03.2026)

Filmemacher leben davon, Geschichten zuzuspitzen, Emotionen zu wecken und Spannung zu erzeugen – nicht davon, technische Sachverhalte differenziert und realitätsgetreu darzustellen. Auch der Tatort „Fackel“ greift dieses Stilmittel auf und zeichnet in zentralen Punkten ein verzerrtes Bild.

Den Mitgliedern des IVH ist es daher ein Anliegen, diesen „Tatort“ als das einzuordnen, was er ist: ein fiktionales Narrativ mit deutlichen Abweichungen von der Realität. Mit dem folgenden Fakten-Check möchten wir dazu beitragen, dass Sie Ihre Entscheidungen – etwa mit Blick auf Brandsicherheit, den Einsatz von Materialien und klimapolitische Fragen – auf einer sachlich fundierten und verlässlichen Grundlage treffen können.

Im Tatort heißt es: „Das ist nichts anderes als aufgeschäumtes Styropor. Das wird bei der Gebäudedämmung benutzt. Aber der Goliath-Brand ist nicht der Einzige, der durch Polystyrol eskaliert ist.“

In der öffentlichen Diskussion wird häufig der Begriff „Styropor” verwendet. Fachlich korrekt ist im Baubereich die Bezeichnung „Expandierter Polystyrol-Hartschaum“ (EPS). EPS wird seit Jahrzehnten als Bestandteil geprüfter Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Dabei ist EPS immer Teil eines mehrschichtigen Systemaufbaus aus Dämmstoff, Armierung, Putz, Klebern und Befestigungsmitteln.

Jeder Brandfall ist außerordentlich tragisch. Betrachtet man jedoch die große Zahl gedämmter Fassaden in Deutschland, zeigt sich, dass Brände, an denen EPS wesentlich beteiligt ist, äußerst selten sind. Auswertungen unabhängiger Institute ordnen EPS dabei überwiegend als nicht brandbestimmend ein. Eine große Auswertung von Brandereignissen durch das Energieinstitut Hessen zeigt: Bei der überwältigenden Mehrheit der wenigen Brände trägt Polystyrol nicht zur Brandausbreitung oder -unterstützung bei.

  • 53 % der erfassten Brände: Polystyrol war überhaupt nicht aktiv beteiligt, sondern wurde nur mitbeschädigt.
  • 14 % der Fälle: Polystyrol brannte zwar, hatte aber keine Auswirkungen auf den Brandverlauf.
  • Nur 0,01 % aller Brände in Deutschland (10 Fälle pro Jahr von rund 180.000 Brandereignissen) hatten eine unklare Beteiligung von EPS.

Im Tatort heißt es:Ja, ich kann mich erinnern an diesen beißenden Geruch. Der war überall in der Stadt.“ – „Ja, das ist von diesen Dämmplatten gewesen. Polystyrol. Das ist so etwas wie aufgeschäumtes Plastik.“

Jedes Feuer entfacht einen beißenden Geruch. Bei einem Feuer verbrennen in der Regel viele organische Materialien (z.B. Holz, Lösungsmittel). Bei jedem Brand entstehen immer chemische Zersetzungsprodukte, die die Atemwege und Augen reizen.

Wenn wir über Dämmstoffe sprechen, richten sich viele Debatten schnell auf Ökologie, Nachhaltigkeit und „gefühlt“ bessere oder schlechtere Materialien. Tatsächlich enthalten auch viele biobasierte Produkte – z. B. Holzfaserdämmstoffe – Bindemittel auf Kunststoffbasis. Der nominelle Anteil wirkt hier mit durchschnittlich ca. 4 % zunächst gering.

Doch der Blick auf die tatsächlichen Materialmengen relativiert dieses Bild: Erforderliche höhere Rohdichten und gleichzeitig schlechtere Wärmeleitfähigkeiten lassen die benötigte Dämmstoffmasse deutlich ansteigen. In der Praxis führt das dazu, dass der absolute Kunststoffgehalt dieser naturbasierten Systeme schnell 50 % und mehr der Kunststoffmenge von EPS‑Dämmstoffen erreichen kann.
EPS besteht zu rund 98 % aus Luft und zeichnet sich durch eine sehr hohe Dämmleistung bei geringem Materialeinsatz aus. Genau diese Eigenschaften machen es zu einem effizienten Baustoff im Sinne des Energie- und Klimaschutzes.

Im Tatort heißt es: „Um die neuen Klimaziele zu erreichen, hat der Bauträger damals günstig Dämmmaterial gekauft bei der Firma Styvex. Und dieses Dämmmaterial ist überraschend abgebrannt, obwohl es staatlich geprüft wurde. Und hat dadurch zur Katastrophe geführt.

EPS wird häufig eingesetzt, weil Herstellung, Transport und Verarbeitung sehr effizient sind. Das führt zu wirtschaftlichen Lösungen im Wohnungsbau, ohne Abstriche bei geprüfter Qualität und Sicherheit zu machen. Effizienz ist dabei kein Qualitätsmangel, sondern ein technischer Vorteil. Deshalb werden viele Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem inklusive EPS verbaut.
Da EPS zu 98 % aus Luft besteht, braucht man kaum Polystyrolgranulat pro m³ Dämmstoff. Das bedeutet: Wenig Material = niedrige Kosten.
EPS lässt sich zudem leicht verarbeiten, das spart Arbeitszeit. Lohnkosten sind im Bausektor der größte Kostenfaktor.

EPS für den Baubereich brennt in der realen Welt nicht „überraschend“ ab. EPS-Dämmstoffe sind wie viele organischen Dämmstoffe mit einem Flammschutzmittel ausgestattet. Dieses Flammschutzmittel bewirkt, dass sich das EPS von der Flamme zurückzieht.

Im Tatort heißt es: „In diesem Test geht es im Grunde genommen darum, wie konstant sich das Brennmaterial vom Feuer entfernt. Polystyrol schmilzt. Das muss möglichst lange dauern, damit die Feuerwehr Zeit zum Reagieren hat.“

Der im „Tatort“ gezeigte Brandtest ist ein Produkttest für den Dämmstoff. Dieser Test allein ist jedoch kein Zulassungstest für ein Fassadensystem. Ergänzend dazu wird das gesamte Fassadensystem zusätzlichen Fassaden-Großbrandprüfungen unterzogen. Alle Tests unterliegen strengen bauaufsichtlichen Vorgaben.

Im Tatort heißt es: „Na, die große Gefahr ist, dass sich das abgeschmolzene Material zwischen den Putzschichten in einer Pfütze sammelt. Wenn sich das entzündet, dann wirkt es wie ein Brandbeschleuniger.“

Es bilden sich keine Pfützen. Das zurückgezogene EPS bleibt als Schmelze an der Wand kleben und kann teilweise nach unten in den Sturzbereich oder dem nächsten Brandriegel laufen. Der Brandriegel hält dabei die Putzschicht und ist konstruktiv dafür gemacht, die Schmelze zurückzuhalten, um den geforderten Schutz zu bilden.

Brandriegel sind vorgeschrieben bei großen Fassaden für Mehrfamilienhäuser.

Im Tatort heißt es: „Genau, deshalb muss es mit einem Flammschutzmittel versetzt werden und in einem perfekt darauf abgestimmten Verbundsystem angebracht werden. Erst dann bekommt es die Zertifizierung B1, schwerentflammbar. Dann darf es erst für den Bau verwendet werden.“

Im Tatort „Fackel“ heißt es, dass der Baustoffunternehmer illegalerweise Dämmstoff ohne Flammschutz hergestellt hat, um Kosten einzusparen. In der Realität kann das Flammschutzmittel im EPS-Dämmstoff jedoch weder vom Dämmstoffhersteller noch vom Bauunternehmer zugefügt werden. Der Dämmstoffhersteller kauft den zur Weiterverarbeitung fertigen Rohstoff ein. Das Flammschutzmittel ist bereits im Rohstoff enthalten.

Das Flammschutzmittel muss nicht auf ein spezielles Wärmeverbundsystem abgestimmt werden. Es ist immer im EPS-Dämmstoff enthalten, unabhängig davon, ob der Dämmstoff innerhalb eines Systems an der Fassade, im Dach oder im Fußboden verbaut wird.

Das Wärmeverbundsystem wird im sogenannten SBI-Test (Single-Burning Item) geprüft. Dadurch erhält es seine Klassifizierung für das Brandverhalten. Der Test wird nach der europäischen Norm EN 13823 durchgeführt.
Zusätzlich werden Wärmedämmverbundsysteme mit EPS und anderen Dämmstoffen in Deutschland immer Fassaden-Großbrandprüfungen (DIN 4102-20, Innenraumbrand); DIN 4102-24, Sockelbrand)) unterzogen.

Alle Tests werden von unabhängigen, staatlich anerkannten und akkreditierten Stellen wie der im Tatort „Fackel“ genannten Materialprüfanstalt durchgeführt und überwacht.

Im Tatort heißt es zum Thema Brandtests in einer Materialprüfanstalt: „Das sind große Tests, die sind sehr aufwendig.“
„Wer bezahlt denn das Ganze?“
 „Der Hersteller kommt für die Kosten auf.“
„Ah, die Baustoffbranche kontrolliert sich also selbst.“
 „Ja, das hat der Gesetzgeber so geregelt. Sie müssen wissen, in den letzten zehn Jahren hat sich einiges verbessert. Es müssen mehr Brandschutzriegel angebracht werden. Es gibt noch größere Tests. Man hat aus den Fehlern gelernt.“

In Europa sorgt ein stark regulierter Rahmen mit harmonisierten Normen – etwa der CE-Kennzeichnung – für klare und einheitliche Vorgaben. Ergänzende nationale Anforderungen wie bauaufsichtliche Zulassungen in Deutschland, basierend auf Fassaden-Großbrandprüfungen, gewährleisten ein insgesamt sehr hohes Prüf- und Sicherheitsniveau.

Anfallende Prüfkosten sind integraler Bestandteil der Produktentwicklung – ähnlich wie bei anderen Bauprodukten oder technischen Anwendungen, bei denen umfangreiche Sicherheits- und Zulassungsprüfungen vor dem Einsatz verpflichtend sind.

Hersteller haben weder Einfluss auf die Durchführung der Prüfungen noch auf deren Bewertung. Diese Prüfungen werden von unabhängigen, staatlich anerkannten und akkreditierten Stellen (Materialprüfanstalten) durchgeführt, überwacht und bewertet.

Im Tatort heißt es: „Damit die Regierung ihre Klimaschutzziele erreicht, klatschen sie den Leuten in den Sozialwohnungen tonnenweise Erdöl an die Wände.“

Fast jeder Dämmstoff enthält Kunststoffanteile. Entscheidend für die Klimaschutzziele sind die Gesamtbilanz des Dämmstoffs: Die bei der Herstellung von EPS-Dämmstoffen eingesetzte Energie und die damit verbundenen CO₂-Emissionen amortisieren sich bereits nach wenigen Monaten. Über die anschließende jahrzehntelange Nutzungsdauer trägt EPS maßgeblich zur Einsparung von Energie und CO₂-Emissionen bei.

Einordnung zu Dämmstoffen und Brandschutz im Zusammenhang mit der TV‑Sendung „Tatort: Fackel“ (22.03.2026)

Filmemacher leben davon, Geschichten zuzuspitzen, Emotionen zu wecken und Spannung zu erzeugen – nicht davon, technische Sachverhalte differenziert und realitätsgetreu darzustellen. Auch der Tatort „Fackel“ greift dieses Stilmittel auf und zeichnet in zentralen Punkten ein verzerrtes Bild.

Den Mitgliedern des IVH ist es daher ein Anliegen, diesen „Tatort“ als das einzuordnen, was er ist: ein fiktionales Narrativ mit deutlichen Abweichungen von der Realität. Mit dem folgenden Fakten-Check möchten wir dazu beitragen, dass Sie Ihre Entscheidungen – etwa mit Blick auf Brandsicherheit, den Einsatz von Materialien und klimapolitische Fragen – auf einer sachlich fundierten und verlässlichen Grundlage treffen können.

Im Tatort heißt es: „Das ist nichts anderes als aufgeschäumtes Styropor. Das wird bei der Gebäudedämmung benutzt. Aber der Goliath-Brand ist nicht der Einzige, der durch Polystyrol eskaliert ist.“

In der öffentlichen Diskussion wird häufig der Begriff „Styropor” verwendet. Fachlich korrekt ist im Baubereich die Bezeichnung „Expandierter Polystyrol-Hartschaum“ (EPS). EPS wird seit Jahrzehnten als Bestandteil geprüfter Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Dabei ist EPS immer Teil eines mehrschichtigen Systemaufbaus aus Dämmstoff, Armierung, Putz, Klebern und Befestigungsmitteln.

Jeder Brandfall ist außerordentlich tragisch. Betrachtet man jedoch die große Zahl gedämmter Fassaden in Deutschland, zeigt sich, dass Brände, an denen EPS wesentlich beteiligt ist, äußerst selten sind. Auswertungen unabhängiger Institute ordnen EPS dabei überwiegend als nicht brandbestimmend ein. Eine große Auswertung von Brandereignissen durch das Energieinstitut Hessen zeigt: Bei der überwältigenden Mehrheit der wenigen Brände trägt Polystyrol nicht zur Brandausbreitung oder -unterstützung bei.

  • 53 % der erfassten Brände: Polystyrol war überhaupt nicht aktiv beteiligt, sondern wurde nur mitbeschädigt.
  • 14 % der Fälle: Polystyrol brannte zwar, hatte aber keine Auswirkungen auf den Brandverlauf.
  • Nur 0,01 % aller Brände in Deutschland (10 Fälle pro Jahr von rund 180.000 Brandereignissen) hatten eine unklare Beteiligung von EPS.

Im Tatort heißt es:Ja, ich kann mich erinnern an diesen beißenden Geruch. Der war überall in der Stadt.“ – „Ja, das ist von diesen Dämmplatten gewesen. Polystyrol. Das ist so etwas wie aufgeschäumtes Plastik.“

Jedes Feuer entfacht einen beißenden Geruch. Bei einem Feuer verbrennen in der Regel viele organische Materialien (z.B. Holz, Lösungsmittel). Bei jedem Brand entstehen immer chemische Zersetzungsprodukte, die die Atemwege und Augen reizen.

Wenn wir über Dämmstoffe sprechen, richten sich viele Debatten schnell auf Ökologie, Nachhaltigkeit und „gefühlt“ bessere oder schlechtere Materialien. Tatsächlich enthalten auch viele biobasierte Produkte – z. B. Holzfaserdämmstoffe – Bindemittel auf Kunststoffbasis. Der nominelle Anteil wirkt hier mit durchschnittlich ca. 4 % zunächst gering.

Doch der Blick auf die tatsächlichen Materialmengen relativiert dieses Bild: Erforderliche höhere Rohdichten und gleichzeitig schlechtere Wärmeleitfähigkeiten lassen die benötigte Dämmstoffmasse deutlich ansteigen. In der Praxis führt das dazu, dass der absolute Kunststoffgehalt dieser naturbasierten Systeme schnell 50 % und mehr der Kunststoffmenge von EPS‑Dämmstoffen erreichen kann.
EPS besteht zu rund 98 % aus Luft und zeichnet sich durch eine sehr hohe Dämmleistung bei geringem Materialeinsatz aus. Genau diese Eigenschaften machen es zu einem effizienten Baustoff im Sinne des Energie- und Klimaschutzes.

Im Tatort heißt es: „Um die neuen Klimaziele zu erreichen, hat der Bauträger damals günstig Dämmmaterial gekauft bei der Firma Styvex. Und dieses Dämmmaterial ist überraschend abgebrannt, obwohl es staatlich geprüft wurde. Und hat dadurch zur Katastrophe geführt.

EPS wird häufig eingesetzt, weil Herstellung, Transport und Verarbeitung sehr effizient sind. Das führt zu wirtschaftlichen Lösungen im Wohnungsbau, ohne Abstriche bei geprüfter Qualität und Sicherheit zu machen. Effizienz ist dabei kein Qualitätsmangel, sondern ein technischer Vorteil. Deshalb werden viele Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem inklusive EPS verbaut.
Da EPS zu 98 % aus Luft besteht, braucht man kaum Polystyrolgranulat pro m³ Dämmstoff. Das bedeutet: Wenig Material = niedrige Kosten.
EPS lässt sich zudem leicht verarbeiten, das spart Arbeitszeit. Lohnkosten sind im Bausektor der größte Kostenfaktor.

EPS für den Baubereich brennt in der realen Welt nicht „überraschend“ ab. EPS-Dämmstoffe sind wie viele organischen Dämmstoffe mit einem Flammschutzmittel ausgestattet. Dieses Flammschutzmittel bewirkt, dass sich das EPS von der Flamme zurückzieht.

Im Tatort heißt es: „In diesem Test geht es im Grunde genommen darum, wie konstant sich das Brennmaterial vom Feuer entfernt. Polystyrol schmilzt. Das muss möglichst lange dauern, damit die Feuerwehr Zeit zum Reagieren hat.“

Der im „Tatort“ gezeigte Brandtest ist ein Produkttest für den Dämmstoff. Dieser Test allein ist jedoch kein Zulassungstest für ein Fassadensystem. Ergänzend dazu wird das gesamte Fassadensystem zusätzlichen Fassaden-Großbrandprüfungen unterzogen. Alle Tests unterliegen strengen bauaufsichtlichen Vorgaben.

Im Tatort heißt es: „Na, die große Gefahr ist, dass sich das abgeschmolzene Material zwischen den Putzschichten in einer Pfütze sammelt. Wenn sich das entzündet, dann wirkt es wie ein Brandbeschleuniger.“

Es bilden sich keine Pfützen. Das zurückgezogene EPS bleibt als Schmelze an der Wand kleben und kann teilweise nach unten in den Sturzbereich oder dem nächsten Brandriegel laufen. Der Brandriegel hält dabei die Putzschicht und ist konstruktiv dafür gemacht, die Schmelze zurückzuhalten, um den geforderten Schutz zu bilden.

Brandriegel sind vorgeschrieben bei großen Fassaden für Mehrfamilienhäuser.

Im Tatort heißt es: „Genau, deshalb muss es mit einem Flammschutzmittel versetzt werden und in einem perfekt darauf abgestimmten Verbundsystem angebracht werden. Erst dann bekommt es die Zertifizierung B1, schwerentflammbar. Dann darf es erst für den Bau verwendet werden.“

Im Tatort „Fackel“ heißt es, dass der Baustoffunternehmer illegalerweise Dämmstoff ohne Flammschutz hergestellt hat, um Kosten einzusparen. In der Realität kann das Flammschutzmittel im EPS-Dämmstoff jedoch weder vom Dämmstoffhersteller noch vom Bauunternehmer zugefügt werden. Der Dämmstoffhersteller kauft den zur Weiterverarbeitung fertigen Rohstoff ein. Das Flammschutzmittel ist bereits im Rohstoff enthalten.

Das Flammschutzmittel muss nicht auf ein spezielles Wärmeverbundsystem abgestimmt werden. Es ist immer im EPS-Dämmstoff enthalten, unabhängig davon, ob der Dämmstoff innerhalb eines Systems an der Fassade, im Dach oder im Fußboden verbaut wird.

Das Wärmeverbundsystem wird im sogenannten SBI-Test (Single-Burning Item) geprüft. Dadurch erhält es seine Klassifizierung für das Brandverhalten. Der Test wird nach der europäischen Norm EN 13823 durchgeführt.
Zusätzlich werden Wärmedämmverbundsysteme mit EPS und anderen Dämmstoffen in Deutschland immer Fassaden-Großbrandprüfungen (DIN 4102-20, Innenraumbrand); DIN 4102-24, Sockelbrand)) unterzogen.

Alle Tests werden von unabhängigen, staatlich anerkannten und akkreditierten Stellen wie der im Tatort „Fackel“ genannten Materialprüfanstalt durchgeführt und überwacht.

Im Tatort heißt es zum Thema Brandtests in einer Materialprüfanstalt: „Das sind große Tests, die sind sehr aufwendig.“
„Wer bezahlt denn das Ganze?“
 „Der Hersteller kommt für die Kosten auf.“
„Ah, die Baustoffbranche kontrolliert sich also selbst.“
 „Ja, das hat der Gesetzgeber so geregelt. Sie müssen wissen, in den letzten zehn Jahren hat sich einiges verbessert. Es müssen mehr Brandschutzriegel angebracht werden. Es gibt noch größere Tests. Man hat aus den Fehlern gelernt.“

In Europa sorgt ein stark regulierter Rahmen mit harmonisierten Normen – etwa der CE-Kennzeichnung – für klare und einheitliche Vorgaben. Ergänzende nationale Anforderungen wie bauaufsichtliche Zulassungen in Deutschland, basierend auf Fassaden-Großbrandprüfungen, gewährleisten ein insgesamt sehr hohes Prüf- und Sicherheitsniveau.

Anfallende Prüfkosten sind integraler Bestandteil der Produktentwicklung – ähnlich wie bei anderen Bauprodukten oder technischen Anwendungen, bei denen umfangreiche Sicherheits- und Zulassungsprüfungen vor dem Einsatz verpflichtend sind.

Hersteller haben weder Einfluss auf die Durchführung der Prüfungen noch auf deren Bewertung. Diese Prüfungen werden von unabhängigen, staatlich anerkannten und akkreditierten Stellen (Materialprüfanstalten) durchgeführt, überwacht und bewertet.

Im Tatort heißt es: „Damit die Regierung ihre Klimaschutzziele erreicht, klatschen sie den Leuten in den Sozialwohnungen tonnenweise Erdöl an die Wände.“

Fast jeder Dämmstoff enthält Kunststoffanteile. Entscheidend für die Klimaschutzziele sind die Gesamtbilanz des Dämmstoffs: Die bei der Herstellung von EPS-Dämmstoffen eingesetzte Energie und die damit verbundenen CO₂-Emissionen amortisieren sich bereits nach wenigen Monaten. Über die anschließende jahrzehntelange Nutzungsdauer trägt EPS maßgeblich zur Einsparung von Energie und CO₂-Emissionen bei.