PV-Flachdächer: Neue Erkenntnisse verändern die Bewertung des Brandschutzes

Kategorien: Aktuelles

29. Oktober 2026

Die Ergebnisse mehrerer Großbrandversuche des Industrieverbandes Hartschaum (IVH) und des europäischen EPS-Verbandes EUMEPS liefern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Brandschutzes von Flachdächern mit Photovoltaikanlagen. Im Mittelpunkt steht eine entscheidende Frage: Wie verhält sich die gesamte Dachkonstruktion im Brandfall?

In mehreren Großbrandversuchen in den Niederlanden haben IVH und EUMEPS unterschiedliche Flachdachaufbauten mit EPS-Dämmstoffen und nicht brennbarer Mineralwolle untersuchen lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Brennbarkeitsklasse eines Dämmstoffs allein keine ausreichende Aussage über die Brandausbreitung auf einem PV-Flachdach erlaubt.

Besonders deutlich wurde die Bedeutung zementgebundener Schutzplatten, sogenannter Coverboards. Sie wirken als Wärmesenke (Heat Sink), indem sie Wärme aufnehmen und die thermische Belastung der darunterliegenden Dachschichten reduzieren. Dadurch können sie die Brandausbreitung erheblich verlangsamen oder sogar stoppen. Dies zeigte sich sowohl bei Dachkonstruktionen mit EPS-Dämmstoffen als auch bei solchen mit Mineralwolle.

Besonders aufschlussreich waren die Versuche vom Juni 2026: Während sich das Feuer bei einem Dachaufbau mit nicht brennbarer Mineralwolle ohne zusätzliche Schutzplatte über die gesamte untersuchte Fläche ausbreitete, blieb der Brand bei einer vergleichbaren Konstruktion mit Coverboard auf eine PV-Modulreihe begrenzt. Auch eine verdeckte Glimmbrandausbreitung wurde verhindert.

Bereits frühere Versuche mit EPS-Dämmstoffen und zementgebundenen Schutzplatten hatten gezeigt, dass eine selbstständige Brandausbreitung bei entsprechend ausgeführten Dachsystemen verhindert werden kann.

Eine Zusammenfassung aller bisherigen Brandversuche sind hier einsichtlich.

Erkenntnisse gewinnen europaweit an Bedeutung

Die Ergebnisse werden inzwischen auch auf europäischer Ebene aufgegriffen. Der europäische EPS-Verband EUMEPS hat eine eigene Informationskampagne zur Brandsicherheit von PV-Flachdächern gestartet. Auch die Nordic EPS Alliance (NEPSA) beschäftigt sich intensiv mit den Erkenntnissen der Großbrandversuche und den daraus abzuleitenden Anforderungen an den Brandschutz.

Beide Organisationen unterstützen einen systembezogenen Ansatz: Nicht die isolierte Betrachtung einzelner Baustoffe, sondern das tatsächliche Brandverhalten der gesamten Dachkonstruktion soll Grundlage der Bewertung sein.

Für den IVH ergibt sich daraus eine klare Forderung: Brandschutzanforderungen für PV-Flachdächer müssen technologieoffen, materialneutral und leistungsbasiert gestaltet werden. Entscheidend sollte das nachgewiesene Brandverhalten des gesamten Dachsystems sein – unabhängig davon, ob brennbare oder nicht brennbare Dämmstoffe eingesetzt werden.

Diese Erkenntnisse bringt der IVH auch in die europäische Diskussion über die Weiterentwicklung von Brandschutzempfehlungen und Prüfverfahren für PV-Anlagen auf Flachdächern ein.

Eine Zusammenfassung aller durchgeführten Brandversuche sind hier ersichtlich.

Weiterführende Informationen

EUMEPS – Rooftop PV Fire Safety

Der europäische EPS-Verband informiert über Großbrandversuche, wirksame Schutzmaßnahmen und die Bedeutung einer systembezogenen Bewertung des Brandschutzes von PV-Flachdächern.

https://eumeps.eu/pvroofsafety/

Nordic EPS Alliance (NEPSA) – Fire Safety on Flat Roofs with Solar Panels

Die nordischen EPS-Verbände erläutern die veränderten Brandbedingungen unter PV-Modulen, stellen Ergebnisse europäischer Großbrandversuche vor und formulieren Empfehlungen für die Weiterentwicklung europäischer Brandschutzanforderungen.

https://nordiceps.org/fire-safety-on-flat-roofs-with-solar-panels/

Die Ergebnisse mehrerer Großbrandversuche des Industrieverbandes Hartschaum (IVH) und des europäischen EPS-Verbandes EUMEPS liefern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Brandschutzes von Flachdächern mit Photovoltaikanlagen. Im Mittelpunkt steht eine entscheidende Frage: Wie verhält sich die gesamte Dachkonstruktion im Brandfall?

In mehreren Großbrandversuchen in den Niederlanden haben IVH und EUMEPS unterschiedliche Flachdachaufbauten mit EPS-Dämmstoffen und nicht brennbarer Mineralwolle untersuchen lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Brennbarkeitsklasse eines Dämmstoffs allein keine ausreichende Aussage über die Brandausbreitung auf einem PV-Flachdach erlaubt.

Besonders deutlich wurde die Bedeutung zementgebundener Schutzplatten, sogenannter Coverboards. Sie wirken als Wärmesenke (Heat Sink), indem sie Wärme aufnehmen und die thermische Belastung der darunterliegenden Dachschichten reduzieren. Dadurch können sie die Brandausbreitung erheblich verlangsamen oder sogar stoppen. Dies zeigte sich sowohl bei Dachkonstruktionen mit EPS-Dämmstoffen als auch bei solchen mit Mineralwolle.

Besonders aufschlussreich waren die Versuche vom Juni 2026: Während sich das Feuer bei einem Dachaufbau mit nicht brennbarer Mineralwolle ohne zusätzliche Schutzplatte über die gesamte untersuchte Fläche ausbreitete, blieb der Brand bei einer vergleichbaren Konstruktion mit Coverboard auf eine PV-Modulreihe begrenzt. Auch eine verdeckte Glimmbrandausbreitung wurde verhindert.

Bereits frühere Versuche mit EPS-Dämmstoffen und zementgebundenen Schutzplatten hatten gezeigt, dass eine selbstständige Brandausbreitung bei entsprechend ausgeführten Dachsystemen verhindert werden kann.

Eine Zusammenfassung aller bisherigen Brandversuche sind hier einsichtlich.

Erkenntnisse gewinnen europaweit an Bedeutung

Die Ergebnisse werden inzwischen auch auf europäischer Ebene aufgegriffen. Der europäische EPS-Verband EUMEPS hat eine eigene Informationskampagne zur Brandsicherheit von PV-Flachdächern gestartet. Auch die Nordic EPS Alliance (NEPSA) beschäftigt sich intensiv mit den Erkenntnissen der Großbrandversuche und den daraus abzuleitenden Anforderungen an den Brandschutz.

Beide Organisationen unterstützen einen systembezogenen Ansatz: Nicht die isolierte Betrachtung einzelner Baustoffe, sondern das tatsächliche Brandverhalten der gesamten Dachkonstruktion soll Grundlage der Bewertung sein.

Für den IVH ergibt sich daraus eine klare Forderung: Brandschutzanforderungen für PV-Flachdächer müssen technologieoffen, materialneutral und leistungsbasiert gestaltet werden. Entscheidend sollte das nachgewiesene Brandverhalten des gesamten Dachsystems sein – unabhängig davon, ob brennbare oder nicht brennbare Dämmstoffe eingesetzt werden.

Diese Erkenntnisse bringt der IVH auch in die europäische Diskussion über die Weiterentwicklung von Brandschutzempfehlungen und Prüfverfahren für PV-Anlagen auf Flachdächern ein.

Eine Zusammenfassung aller durchgeführten Brandversuche sind hier ersichtlich.

Weiterführende Informationen

EUMEPS – Rooftop PV Fire Safety

Der europäische EPS-Verband informiert über Großbrandversuche, wirksame Schutzmaßnahmen und die Bedeutung einer systembezogenen Bewertung des Brandschutzes von PV-Flachdächern.

https://eumeps.eu/pvroofsafety/

Nordic EPS Alliance (NEPSA) – Fire Safety on Flat Roofs with Solar Panels

Die nordischen EPS-Verbände erläutern die veränderten Brandbedingungen unter PV-Modulen, stellen Ergebnisse europäischer Großbrandversuche vor und formulieren Empfehlungen für die Weiterentwicklung europäischer Brandschutzanforderungen.

https://nordiceps.org/fire-safety-on-flat-roofs-with-solar-panels/

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